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5 (1852) Der kleinen Schriften zweiter Theil
Entstehung
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ihn wieder in einiger Hurerei begriffen. Die Schrift nenntsie selbst eine Hure, bei der er in Gaza gewesen, sie scheintalso eine anerkannte Dirne der Philister gewesen zu sein, beider man mit schändlicher Bequemlichkeit der Liebe pflegenkonnte, und ich nenne dergleichen Philisterei, weil der herrlichsteTrieb im Menschen ohne Leidenschaft, ohne Heiligung durchden Priester, oder ohne Heiligung durch Kühnheit, Abenteuerund Gefahr ekelhaft und bequem befriedigt, eine Philisterei ist,und die Anerkennung, der Schutz solcher Sünderinnen nurdurch eine Philistergesiunung in einem Staate kann eingeführtwerden; ja, ich halte selbst Verführung, bei welcher doch eineThätigkeit und Nothzucht, bei welcher doch ein Sündcngefühlund eine innere Rache erzeugt wird, für weniger in derTotalität der Folgen schrecklich, als diesen Huren-Jndult derPhilisterei.

Die Philister hofften ihren Feind in dieser Falle zufangen und umringten das Haus; Simson aber verließ esum Mitternacht, hob die Thore der Stadt aus und trug sieauf den Berg Hebron. Bald darauf kam er doch in die Hände-der Philister durch eine andere Buhlerin, Delila, die ihn um5500 Silberlinge an die fünf Fürsten der Philister verrieth.Simson betrog sie dreimal; er sagte ihr: er verliere seine

Stärke, gebunden mit frischem Bast, oder mit neuen Stricken,oder festgenagelt mit den heiligen Locken seines Hauptes; unddie Hure schrie ihn immer mit den Worten: „Philister überdir, Simson!" aus dem Schlaf, aber stets zerbrach er seine

Fesseln; doch endlich zerquälte sie den verliebten Helden so sehr,als es ein philistrisches Weib vermag, und er gestand ihr, seineStärke liege in seinen Haaren.

Er schlief abermals in ihrem Schooß, und unter ihrer

fatalen Schcere sanken seine heiligen Locken, sank seine Kraft,

und sie rief abermals: „Philister über dir, Simson!" da