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Hier waren sie stille, ohne ein Wort zu sprechen, Mariesetzte sich nieder und konnte vor Schreck nicht weinen. — Einekleine Weile darauf brachte man sie in eine Stube, wo sie dieNacht zubringen möchten; Wellner fragte nach seiner Tochter,und die Dienerin verließ mit dem schmerzlichen Ausrufe dieStube: „Ach> das ist es, das Gott erbarm, das ist es!"
Wellnern war es nun gewiß, daß sein Kind gestorben sei,Marie war untröstlich und wurde sehr krank in der Nacht;eine Wärterin und Wellner blieben bei ihr, der Arzt wurde ausder Stadt geholt.
Die Wärterin erzählte Wellnern, daß Annonciata nun schonzehn Tage verloren sei, man wisse nicht, wo sie hingekommen sei,sie sei Abends in den Garten, wie gewöhnlich, allein gegangen,aber nicht wieder gekommen, und wie man den Teich abgelassenhabe, aus der Vermuthung, sie sei hineingefallen; wie alle Leuteder Gräfin nun zum zweiten Mal abgereist seien, da sie daserste Mal keine Nachricht erhalten hätten.
Die Gräfin sprach den folgenden Tag mit Wellnern, undberuhigte sich, da er sie geru schuldlos erkannte. Sie konntenkeine andere Idee fassen, als Annonciata sei geraubt, weil siebei jeder andern Art von Entweichung sicher einigen Trost fürdie Zurückbleibenden da gelassen hätte.
So war dieser traurige Abend.
Alle Nachforschungen wurden verstärkt, ein ganzes Jahrhindurch emsig fortgesetzt, aber umsonst.
Wellner grämte sich sehr über diesen Verlust, und Marieward immer stiller und schwermüthiger; sie stand oft Abends anihrem Fenster allein, wo sie sonst mit Annonciaten gestanden,und fühlte nun Alles, was ihr. jene damals gesagt hatte.
Von Joseph fehlten schon eilf Monate die Briefe; derVater wußte gar nicht, was er Marien sagen sollte, wenn sie