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5 (1852) Der kleinen Schriften zweiter Theil
Entstehung
Seite
303
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O lcbe! lebe! daß die Meinige zurück bleibe, denn zweisolche können nicht sterben, nicht leben, laß uns die Weltenverbinden."

Sie war heftig gereizt, ich rief den Arzt, der nun imHause wohnt, er war über ihren Zustand sehr verlegen. Ichkonnte nicht mehr zugegen sein, ihre Mutter ging zu ihr undich trat in den Garten. Da ich an die Stelle kam, wo wirgesessen hatten, fiel mir Wallpnrgis Rede ein, und ichbetrachtete die Blumen aufmerksam.. Da steht ein Nosenstock,den sie einstens selbst gepflanzt und seither immer gepflegthatte, in der letzten Zeit aber, da sie der Liebe erlag, vernach-lässigte sie ihn, und er war umgekommen bis auf einen Zweig,der eine Weiße Rose trug, die dem Verwelken nahe war. In

dieser Blume schien sie sich gesehen zu haben, denn neben ihr

steht eine Lilie, die ich pflanzte, als wir uns das erste Malsahen, die Lilie beugt das Haupt nieder und leert ihren Kelchüber der Rose !aus sie ahncte ihren Tod, und mir ist

cs eben so.

Mir war eigentlich nur stille zu Muthe, traurig nicht,

dies Wesen ist nun schon ganz mein Leben, und mau kannin jedem Leben zur ruhigen Erhebung gelangen. Ich setztemich in das Gartenhaus, dessen Fenster auf die Landstraßegeht, und schlief allmälig ein. Ich möchte vergehen, Marie,vor Aerger, plötzlich störte mich etwas, ich erwachte: ein Mannhatte mich vertraulich umschlungen und küßte mich, ich schrieum Hilfe, und er sprang zum offen stehenden Gartenfenster miteiner lächerlichen Leichtigkeit hinaus. Es war so närrisch, daßich mich umsehen mußte, da hörte ich ihn in den Büschen singen:

!>Ion grickalo per asuto!"

Ich empfand nie einen lächerlichem Widerwillen, dieBedienten der Gräfin liefen ihm nach, aber sie fanden Niemand.