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5 (1852) Der kleinen Schriften zweiter Theil
Entstehung
Seite
279
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Fünftes Kapitel.

Wie die Ritter fortrittcn; und was sich während der Zeit im Lande Goren begab.

Es war ein großes Getümmel, als die zwei Ritter desMorgens früh aufbrachen; sie hatten sich prächtig gekleidet, undsogar ihre Rosse waren schön geschmückt und trugen hoheFederbüsche; auch folgten ihnen alle ihre Freunde, stattlichangethan, und es ging der guten Frau von Goren Ehrewegen ein Zug zum Thore hinaus, als wollte man Jerusalemerobern. Die beiden Ritter glaubten sich durch alle diesePracht vorzüglich bei den schönen Damen hervorzuthun, diesie an den Fenstern zu erblicken hofften; sie wollten ihnengleichsam zeigen, wie sie nun öffentlich im Felde der Liebeaufträten: so hatten sie denn auch ihre Lanzen nicht bei sich,sondern es hingen zierliche Köcher mit Liebespfcilen um ihreSchultern, und Nabon führte einen lächelnden Liebesgottauf dem Schilde, der mit einer kleinen Scheere eine starkeKette entzwei schnitt; ebenso hatte Ivan eine Rose zumBildnisse, von der die Blätter hcrabfielen und umher zerstreutlagen.

So ritten die zwei Ritter jetzt an der Spitze des Zugeszum Schloßhofe hinaus und nahmen auf ihren Pferden einerecht vergnügliche und stolze Miene an. Sie schielten auchwohl rechts und links zu den Fenstern hinauf, um die Blickeder schönen Damen auf sich zu ziehen; aber zu ihrergroßen Verwunderung erblickten sie Niemand; denn die edlenHausfrauen und Fräulein tadelten ihr schimpfliches Vorhaben,und schämten sich dem Zuge znznsehen. Die ganze Stadtschien wie ausgestorben, und nur ein Troß loser Buben liefhinterdrein und saug ein leichtfertiges Lied: