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Margot war im Innersten verwundert über die Rebe desKönigs, und stand in tiefem Besinnen, wie einer der zwischenReden und Schweigen wählt. Alle Blicke waren auf den finsternMann gerichtet, als er in die Mitte des Saales trat und mitgroßem Ernst also fragte: „Aber, lieber Dringinwalde, welchesVergehens beschuldigt man mich denn?" — Der König erzählteihm, was man von seinem Lied und dem Kleinode, das er aufdem Herzen trage, vermuthe. Da sah Margot unwillig imKreise herum und sprach: „O Ritter, dies Lied ist so unschuldigwie das Herz, aus dem es kommt; dies Kleinod ist so reinwie das Herz, auf dem es ruht!" Dabei zog er es aus seinemsammtnen Koller hervor, und Alles sah neugierig auf ihn hin;aber die Kapsel hing über dem schwarzen Wamse wie einschöner goldner Stern. — Er begehrte jetzt eine Laute, setztesich zu den Füßen Dringinwalde's auf die unterste Stufe desThrones und sang folgendes Lied, nachdem er zuvor zu ihmgesagt hatte: „Lieber Dringinwalde, man hat mich des Singenswegen angeklagt; so will ich mich denn auch singend rechtfertigen;aber an dich allein wendet sich mein Lied, und ich denke bei mirselbst, die Anderen alle hörten es nicht; denn wahrlich! ich würdesonst kein Wort über die Lippen bringen können.
„Ich bin in dem Land von GorenEines Ritters Sohn geboren,
Liegt allda mein' Hab' und Gut.
Ist ein Schloß mit blanken Zinnen;
Wohnet meine Hausfrau drinnen,
Und mein' Sehnsucht nimmer ruht.
Wohnt allein, ein zartes Täubchen,
In dem wildnmwachs'nen Neste,
Deckt die Angen mit dem Flügel,
Schlafet ohne Sorg auf's Beste.
War noch ein sehr jung Geselle,
Ihr holdselig Bild so Helle,