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5 (1852) Der kleinen Schriften zweiter Theil
Entstehung
Seite
261
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Kettlein hing, betrachtete sie sorgsam, lächelte dann zufriedenund verbarg sie wieder. Die zwei Lauscher liefen gleich zumKönig und berichteten was vorgefallen, erzählten viel von einemwunderbaren Lied, und von der schönen Kapsel, und beschuldigtenMargot der Zauberei. Aber Dringinwalde hörte nicht auf sie,sondern sprach:Ihr werdet nimmer etwas auf diesen Margotbringen, so sehr ihr auch wünschet; denn er ist ein reinerMann, und was geheimnißvoll an ihm ist, das sind tiefe,heilige Dinge, davon ihr nichts versteht, oder absonderlicheGeheimnisse, die er für seine Freunde aufbewahrt. Aber dennochwill ich ihn in eurer Gegenwart befragen, daß er euch beschäme,und ihr ihn als euern Obern an Leib und Seele anerkennt."Somit entließ er sie.

Zweites Kapitel.

Wie Drin g inwald e, der König, eine Versammlung hielt, und Margot

befragte.

Dringinwalde saß auf seinem Thron in königlichem Schmucke;der ganze Hofstaat war vor ihm versammelt, und Ivan undNabon nicht davon ausgeschlossen. Auch Margot trat herein;aber er wußte nicht, daß dies Alles seinetwegen geschehe. Erstellte sich bescheiden an seine Stelle; da wandte sich der Königzu ihm, und begann also:Mein lieber Margot, ich kenne dichals einen. edlen Mann, und sollte dich wohl alles, was dubeginnst, in Ruhe treiben lassen, ohne Rechenschaft darüber zubegehren; aber besser ist's, du stehst mir jetzt Rede und recht-fertigst dich vor deinen Feinden, damit sie beschämt von dannenziehen mögen. Judeß sollst du dieses nicht als einen Befehlansehcn, und wenn dich andere Gründe dazu uöthigen, so magstdu schweigen, denn ich bin von deiner Reinheit überzeugt, unddu kannst nach wie vor deinen Weg an meiner Seite gehn."