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Gackeleia, daher kommt der Gebrauch, daß man sagt: „Haltemir den Daumen," wenn man verlangt, ein Anderer solle mitseiner ganzen Seele unser Glück wünschen."
„Nun wissen wir Alles," sprach Gackeleia, „so recht, wieman sagt, bis ans den Fingernagel; wir wissen, warum diedrei Lilien und die drei weißen Klosterfrauen bei der liebenAhnfrau unter der Hennenlinde stehen; und warum dort beiden acht Pflanzen die acht Ordensgespielen des armen Kindesvon Hennegau festlich geschmückt erscheinen und Hühner inKörbchen unter dem Arme tragen. Sie kommen zur Leichen-Nebertragung des ältesten armen Kindes von Hennegan undzum Brautzuge des jüngsten, und das bin ich! — Sie wollenihre Pflichthühner ablicfcrn. — Geschwind, geschwind, laßt unssie empfangen, ich sehe, sic schwanken schon ein wenig unge-duldig durcheinander. Wohlan, ich rufe sie auf. — „ImNamen Ihrer Kindlichkeit der Gräfin Amcy von Hennegau,ersten Lehushuldin von Vadutz und ersten armen Kindes vonHennegau mahne ich, Gackeleia, Königin von Gelnhausen,Gräfin in Hennegau und von Gockelsruh, jüngste Lehnshuldinvon Vadutz und jüngstes armes Kind von Hennegau, — Euch,acht erste Ordensgcspielen, die acht Pflichthühner abzuliefern.— Zuerst rufe ich auf: Fräulein Ornithogalia, für eine am30. April 1318 empfangene Weide-Gerechtigkeit liefere ab einHirtenhuhn!"
Auf diesen Ruf schwebte Ornithogalia, ein Kränzlein desKräutleins Hühnermilch auf den blonden Locken und ein schönesHuhn in einem Körbchen tragend, zwischen den Sarg undGackeleia. Sie verbeugte sich gegen den Geist der Ahufrau,küßte dann kniend den Orden, den der Leichnam iin Sargetrug. Hierauf erhob sie sich wieder, lehnte ihr Haupt gegendas Kleinod der rechten Achselspanne Gackeleia's, setzte sodannihren Korb mit dem Hirtenhuhne zu ihren Füßen nieder und