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5 (1852) Der kleinen Schriften zweiter Theil
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Gott grüß dich Mond und Sternenschein,

Entlaubet ist das Fensterlein!"

Pflichten der Klosterfrauen von Lilienthal.

Als ich am Tage nach Johanni des Jahres 1318 dendrei Fräulein zur Lilien auf Gottes höhere Mahnung und ihrdringendes Bitten das Kloster Lilienthal gründete und ausstattete,wurde dieses Kloster Lilienthal verpflichtet, den Braut- undLeichenzug jeder Gräfin von Hcnnegau und Lehnshuldin vonVadutz, welche das Kleinod auf den Schultern trägt, von dreiKlosterjungfrauen begleiten zu lassen und auf ewige Zeiten dreiweiße Lilien auf meinem Grabe zu erhalten. Es sind aberdiese drei Klosterschwestern bei solcher Gelegenheit mit denWorten aufzurufen:

Ihr Lilien im GartenGedenket der Nacht,

Gedenket der Zarten,

Die bei euch gewacht;

Gedenket der Gnade,

Die ans euch gethaut,

Und duftet am PfadeDer lieblichen Braut,

Und Littet am Grabe,

In dem sie nun ruht,

Daß Friede sie habe,

Die lieb war und gut!"

Da neigten sich die drei weißen Klosterfrauen gegen dierechte Schulter der Ahnfrau und man hörte die Worte wieder:

O Stern und Blume, Geist und Kleid,

Lieb', Leid und Zeit und Ewigkeit!"

Hierauf nahte die Mutter Gackeleia's dem Sarge undlegte vier der acht Amaranthbänder, die von dem Gürtel derAhnfrau ausliefen, zur rechten und vier zur linken Seite des