13
Fronte der Philister selbst von den Schultern, und warf sie mirund somit mich sich vor die Füße, nahm achselzuckend all dasMeine auf die leichte Achsel und kehrte mir den Rücken, ohnegute Nacht, noch Abschied zu geben oder zu nehmen. — Werden Schaden hat, darf für den Spott nicht sorgen. — Da wares ganz um mein Reich geschehen, und meine Trauer zappeltean Widerhaken. So ist die Erfindung der Achselbänder vonVadutz entstanden.
Als ich und meine Betrübniß so herangcwachsen, daß dieFrau Rath uns nicht mehr Du, sondern Er nannte, sagte sieeinstens: „Wenn ich Ihn ansehe, geht mir es schier wie jenemalten General, der sah einmal einen höchst kummervollenMenschen in den Schloßhof hereinschleichen, und als dessenelendes Aussehen sein starkes Herz rührte, zeigte er einemBedienten den Armen und sprach: „Prügle Er mir denMenschen dort vom Hofe hinweg, denn der Kerl erbarmtmich." — Steht es denn so gar schlecht mit Seinen Lände-reien? Er sieht ja drein, als sei der Slstpter von Juda gewichenund der Herrscher von seinen Lenden. — Komme Er heuteAbend mit mir, es soll Ihm das schönste Spektakel gezeigtwerden, das je in Vadutz aufs Tapet gekommen ist."
Ich ging mit, und ich sah etwas ganz Allerliebstes,nämlich ein kleiner Harlekin kroch aus einem Ei und machtedie zierlichsten Sprünge. „Nicht wahr," sprach sie, „das thutseinen Effekt?" — Ich bejahte es und schrieb nachher einpaar tausend ernsthafter Verse über diese Begebenheit, die duauch kennst. — „Nu," sagte sie, „ist Ihm das nicht einesaubere Bescheerung?" — „Allerdings," erwiederte ich, „abersie ist mir nicht bescheert, mir gebührt ein Steckenpferd, keinePuppe." — Da sprach die Frau Rath: „Erstens ist es auchkeine Puppe, sondern nur eine schöne Kunstfigur, und wenn Erdann so gewiß meint, daß sie Ihm nicht gebühre, so hüt^ Er