Sieh, da küßt die volle SonneJetzt Marien's Altarbild,
Und es deckt mit Glanzes-WonneNochmals sie der Jungfrau Schild.
Und mit kindlicher GebcrdeSenkt die Magd ihr Lockenhaupt,Spricht: „Die Schlange tritt zur Erde,Tie dir deine Rosen raubt!" —
Und in Thrancn ganz zcrschwimmendFühlet sie die Gnade mild,
Dennoch in den Thräncn glimmendSieht sie nur des Jünglings Bild.
Und ihr Herz, sie anzuklagen,
Ewig: .Jlsa culga!" spricht,
Und sic braucht nicht dran zu schlagen,Weil es schon in Aengsten bricht.
Wie sie auch die Blicke wendet,
Ihn, und immer ihn, sie sieht,
Gleich dem Auge, das geblendet,
Nie dem Sonnenfleck entflicht.
Von des Meßrocks schwarzem Grunde,Zu des Kelches blankem Gold,
Zn der Kuppel Rosen-RundeSie die süßen Augen rollt.