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3 (1852) Romanzen vom Rosenkranz
Entstehung
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365
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36s

Und in züchtig bangen SchmerzenWerden tausend Wünsche frei;

Ach, sie wünscht verwirrt im Herzen,Daß er eine Jungfrau sei!

Und sie möchte mit ihm gehenIn vertrauter Liebeswahl,

Möchte mit ihm niedersehenVon dem Berge in das Thal.

Würde er wohl träumend schweigen,Wenn ein Abendvogel singt?

Würde er die Hand mir reichen,Wenn die Sonne untersinkt?

Ach, ich würde ihn verstehen,

Wüßte stets was er gedacht,

Würde seine Blicke sehen,

Deckt ihn gleich die stumme Nacht!

Und wenn ewig untersänkeMir das süße Tageslicht,

Er, den ich so herzlich denke,

Er versänke mir doch nicht!

Ja, er müßte mich erhaltenMit der treuen, starken Hand,

Wollte sich die Erde spalten,

An des Abgrunds steiler Wand!