318
U-
Und in seinen Locken spielenIhre zarten Hände bebend,
Doch umsonst die Küsse zielenSeine Lippen nicht belebend!
An den Busen ihn zu drücken,Seinen Namen laut zu nennen,Fühlet sie ein wild Entzücken,
Doch er will sie nicht erkennen.
„Meliere," spricht sie liebend,„Deine Augen zu mir wende,Süßen Dank der Huld ausübend,Die ich zärtlich dir verschwende!
„Sieh, es will der güt'gc HimmelCo dich an das Herz mir legen,Wie ich in des Brands GetümmelAn dem deinen bin gelegen!
„Wenn du auch nicht wiederküssest,Winkend nur ein Zeichen gebe,
Mir zum Tröste, daß du wissest,Wie ich dich nicht überlebe!" —-
Und die Harfe nimmt die Süße,Läßt die Saiten wild erbeben;
Ach, die heißen LiebesgrüßeKennen nicht sein Aug' erheben!