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3 (1852) Romanzen vom Rosenkranz
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Weh! wer hat sie so verrücket?

Alle Blumen muß sie brechen,

Wie des Wahnsinns Braut geschmücketMuß ihr keusches Herz erfrechen.

Schamlos tritt sie vor den SpiegelIhre Brust zu Tag zu legen,

Weh! da blicket Gottes Siegel,

Die Goldrose ihr entgegen.

Doch sie ist so tief verstricket,

Nichts kann ihre Glnth erschrecken,Ihre Blöße sie entzücket,

Und sie mag sich nicht bedecken.

Und mit süß vertrauten BlickenSitzt sie ans des Jünglings Bette;Weltlicher nicht könnt sie blicken,

Wenn sie nie gebetet hätte.

Und sie fühlt in allen SinnenEin unheiliges ErgötzenWild durch ihre Ader rinnen,

Und sie muß die Zucht verletzen.

Seine Lippen, seine Stirne,

Ihren Namen ihm am Herzen,

Küsset heiß die arme DirneUnter süß berauschten Schmerzen.