Druckschrift 
3 (1852) Romanzen vom Rosenkranz
Entstehung
Seite
316
Einzelbild herunterladen
 

316

Doppelt ihren Schleier windet -Sic, mit Thränen ihn benetzend,

Und die Wunde sie verbindet,

Sich der Blöße nicht entsetzend.

Und sie eilt und schmückt das Zimmer,Zündet an wohl hundert Kerzen,

In der Spiegel WiedcrschimmerGold und Silber freudig scherzen.

Ihres Putzschranks FlügclthürenOeffnet sie mit leichten Händen,

Daß ein eitles TriumphirenRings entstrahle allen Wänden.

Und die falschen GötterbilderSchmücket sie mib Flittcrkränzen,

Aus dem Schooße goldner SchilderLäßt sie seidne Röslein glänzen.

Neiherbüsche Pflanzt sie fütterndAuf des Bodens 'Purpurdecken,Diamantne Nadeln zitterndZäumt sie ein mit Fcderhecken.

In der Thorheit Garten glimmendRüstet sie ein goldnes Becken,

Daß die Weihrauchwolken schwimmendLüstern halb den Glanz bedecken.