Druckschrift 
3 (1852) Romanzen vom Rosenkranz
Entstehung
Seite
149
Einzelbild herunterladen
 

14 »

Und er sprach:O Herr! verzeihe.

Mich durchdrang ihr rührend Flchn,

Ihre Bitte, Herr, verleihe,

Lass' in Reinheit sie bestehn!"

Doch der Herr sprach:Will im ScheineMeiner Sonnen keusch sie gehn,

Will sic bleiben immer reine,

Eh' ihr auf die Augen gehn?

Sie liegt in des Traumes ZweifelWenn mein Bild nicht ans ihr lebt.

Aus ihr schreiet nur der Teufel,

Wenn sie zierend widerstrebt."

Und der Herr sprach:NiedersteigeZu der Zncht'gen, Michael!

Daß sie dir des Staubes reicheNach des Ewigen Befehl!"

Als der Seraph sie, umkreisend,

Sicht im Mittagsglanze stehn,

Und des Herren Milde preisendSich im Sonnenstrahl ergehn,

Rühret ihn, den göttlich Freien,

Der nicht kannte irdisch Weh',

Ihr metallisch heißes Schreien,

Daß ihr hart Gewalt geschch'.