Die heilige Marina.
„Eugenius," sprach der Abt, „warum so trauern?
Es scheint, als sei dein Herz noch in der Welt,
Und ich in diesen heil'gcn KlostcrinancrnZinn Hüter nur für deinen Leib bestellt?"
Da seuzt der Mönch: „Zn Haus bei den VerwandtenLieß ich ein Kind; hat gleich des Weibes TodMich frei gemacht von vielen ird'schcn Banden,
Sorg' um des Kindes Heil ich doch mit Noth."
Der Abt sprach: „Folge Sohn dem treuen Hirten,Führ' her dein Schäften: in den sichern Stall,
Die Lämmer, die ans nnsrcr Hut verirrten,
Von uns einst fordert sie der Richter all."
Heim eilt der Vater, löst die goldnen LockenVon seines Mägdleins Haupt; mönchisch verhülltDen zarten Leib er, und des Klosters GlockenBegrüßen fromm getäuscht des Jünglings Bild.
I. 9