Druckschrift 
2 (1852) Weltliche Gedichte
Entstehung
Seite
71
Einzelbild herunterladen
 

71

Und als er mich nun eingcseift,

Und bange nach dem Messer greift,

Und als er auf dem Streichriem strammHinfitschelt, da schwillt mir der Kamm,

Und als er mit dem Messer bloß,

Nnn geht auf meine Kehle los,

Da wird mir's kalt und wird mir's warm,Ich pack und werf, daß Gott erbarm,

Den Mann, als führt er Mord im Sinn,Leibhaftig auf die Erde hin.

Er sprach:Hält' ich seit zwanzig JahrenNicht viel au Ihrem Bart erfahren,

Wär's nicht mein' andere Natur,

Die alte Narbe, die EhrenspurAuf Ihrer Wange zu poliren,

Und mir dabei das Herz zu rühren,

Mein Herr Sergeant, könnt ich es lassen,All Tag Sie bei der Nas' zu fassen,Wahrhaftig auf der PolizeiMacht ich sogleich ein Klaggeschrei,

Halb cingeseift, der ganzen StadtStellt ich Sic vor im Abendblatt.

Doch findet Ihre UnvernunftBei mei'm Verstand heut' Unterkunft.

Der Tag heut' ist sehr wetterwendisch,

Der Herr Sergeant sind auch ein Mensch-,Und weil sich heut das Wetter kehrteDie alte Wunde Sie beschwert."