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2 (1852) Weltliche Gedichte
Entstehung
Seite
59
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Wenn es in dem Abgrund bebetSitzt des Bergmanns Weib zu Haus,

Doch ihr treues Herz, das schwebetIn des Schachtes dunklem Graus.

Bei jedem Stoße, der rüttet,

Hallend im wankenden Schacht,

Denkt sie: verschüttet, verschüttet, verschüttetIst mein Knapp' in der Erde Nacht!

Wenn die Feldschlacht tost und klirret,

Sitzt des Kriegers Weib zu Haus,

Doch ihr banges Herz, das irretDurch der Feldschlacht wild Gebraus.

Bei jedem Schlag, jedem HallenDer Stücke an Berges Wand,

Denkt sie: gefallen, gefallen, gefallenIst mein Held nun für's Vaterland!

Aber fern schon über die BergeZiehen die Wetter, der Donner verhallt,

Hör', wie der trunkenen, jubelnden LercheTireli, Tireli siegreich erschallt.

Raben zieht weiter! Himmel wird heiter,Dringe mir, dringe mir Sonne hervor!Ueber die Berge, jubelnde Lerche,

Singe mir, singe mir Wonne in's Ohr!