6rF Von den Wunderwercken.
rverck aber ist eigentlich eine mögliche Wirckung, deren eigent-liche)^^ der Möglichkeit, weil sie in einer übernatürlichenund ausserordentlichen Kraft Gottes gegründet ist, zwarebenfalls über unsern gegenwärtigen Begriff gehet: Abernun sind nicht alle mögliche Sachen Wirkungen, sondernes giebt auch mögliche Eigenschaften, Wesen, Substan-zen , Accidentia, u. s. f. Folglich giebt es so viel Ge-heimniste, die keine Wunder sind, als es Sachen giebt,Die keine Wirckungen sind, und deren eigentliche Art derMöglichkeit doch über unsern Begriff gehet. Darnach istdie Rede auch nur von den übernatürlichen und aufferordent-lichen Wirckungen, was aber ordentliche und natürliche Wir-kungen sind, wenn schon deren eigentliche Art der Möglichkeitirber unsern Begriffgehet, so sind das zwar wieder Geheimnisse,aber keine Wunder. Darum kommen nun die Geheimnissezwar mit den Wundern überein in einem weitläuftigen Ver>stände, sind aber auch von denselben genau unterschieden.Sonst kan das Wort Geheimniß, iVlyikerium, dem blossenWort-Laut nach eine iede Sache andeuten, davon uns etwasunbekannt, verborgen oder unbegreiflich ist. Denn es kömmther vom Griech. Wort ,eel-cu, clauclo, occlu6o; oder vom Hebt.
akiconlio, occu!tgcio,von^^2lLtuir, abiLonclir; undheist also vi voci5, etwas Geheimes, Verschlossenes, Verborge-nes,
non-enns und gu»iir3t-5 vccuitns, d. »'.Wörter ohne Sachen, Lehren ohnsGrund, leeren Ton ohne Begriff/ für Geheimnisse ausgeben; sondern tvmhaben und suchen Realität bey unsern Geheimnissen: wir dringen aufSachen,und davon haben und machen wir Lehren, oder Lehrsätze, und darum findenwir Wahrheit, d. i. eine Uebereinstimmung der Lehre mit der Sache selbst.Eine möylicde Sache wird es genennet, weil es keine conri-säicUoninvol-.virc, oder nichts widersprechendes in sich enthält, es sey uun in den Dingen/welche bereits sxistiren, und schon zur Wirklichkeit gebracht sind, oderdochwireklich werden könnten, und also möglich sind. Doch heist es ferner, daßdie eigentliche Art der Möglichkeit über alle unsern gegenwärtigen Beariffge-het. Denn obschon unsere ersten Eltern im Stande der Unschuld eine gar großeErkänntniß hatten,und auch in jenem Leben unser Wissen nicht mehr Stück-Werck, sondern vollkommen seyn wird; so ist doch die Rede nur davon, wie un-shx Verstand nach dem Fall so eng eingeschrencket, daß uns der vvllständigeBe-grisswircklich nicht nur fehlet, sondern wir könilett ihn auch nicht haben, nochunser Verstand dahin reichen, wenn wir auch alle unsere Kräfte anstrengeten,die uns möglich sind. Zwar können wir wohl von der Sache selbst überhaupt
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