Druckschrift 
Johann Jacob Schmidts, Predigers zu Peest und Palow, Biblischer Physicus, Oder Einleitung zur biblischen Natur-Wissenschaft und deren besondern Theilen : zur Erkänntniß und Preis des Schöpffers, und zum rechten Verstande der H. Schrift, sofern dieselbe irgendwo von Physical. Dingen handelt, aus dem Grund-Texte kürzlich, doch deutlich und ordentlich vorgetragen, auch mit der heutigen gründlichsten Phylosophie verglichen ; zusammt dem Biblischen Hyperphysico von den Wunderwercken der H. Schrift ; nebst vollständigen Registern
Entstehung
Seite
613
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Von den Wunderwerken. 6lz

und schädliche Meinung hat insonderheit der berufene Spinoza,und seine Anhänger, welche aber in folgenden Cap. 2. wider-leget ist. 2) Andere setzen das formale der Wunder in derUebernatürlichkeit, und verstehen dadurch solche Wirckungenin der Natur, so in die Sinne fallen, welche die sämmtlichenKräfte der Natur undCreatur, oder aller natürlichen Ursachen,so man insgemein cauüäs iecunZss nennet, weit übergehen.Dieses ist fast der gewöhnlichste Concept, den man inögemenin denen Beschreibungen derWunderwercke antrifft; dabey aberandere sonderlich zweyerley zu erinern und auszusetzen haben p)n daß nicht alle Wunderwercke die Kräfte der Natur oder Creatur übergehen, indem deren eine grosse Anzahl kan angeführtwerden, welche auch wohl durch endliche und natürliche Kräfte,besonders der Geister oder Engel hätten können verrichtet wer.den q), conf Dan. z, 25. 2. Daß man aus solcher Be-schreibung von denen unbettüglichen Merckmahlen oder Kenn-zeichen der Wunderwercke nicht versichert seyn, noch mit Grundbeurtheilen könne, ob ein gewisser Zufall ein Wunderwerck seyoder nicht, indem sich kein Mensch so viel herausnehmen kan,daß er die sämmtlichen Kräfte der gantzen Natur verstehe, undalso, was nach diesen möglich ist, oder dieselben übergehe, aus-machen könne r). Noch andere z) setzen das formale derWunderwercke zugleich in der Uebernatürlichkeit und Ausseror-dentlichkeit und verstehen dadurch solche Wirckungen, die nicht. nur über die natürlichen Kräfte, sondern auch zugleich über dieeinmahl von Gott gesetzte Ordnung der Natur gehen. Aberauch diesen möchte es schwer fallen, wie sie an einer Seiten denvorerwehnten Einfällen begegnen, und anderseits mit ihrerAusserordentlichkeit des Verdachts der Spinosisterey sich gantzentledigen wollten. Was 4) noch betrifft die besondere Mei-nung des berühmten Engländischen Medici Bernhard Con-rior, der das formale der Wunderwercke setzet in der Aufhe-bung der ehemals von Gott bestimmten und fürgeschriebenenGesetzen der Bewegung, womit er die Möglichkeit der Wun-

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