Druckschrift 
Johann Jacob Schmidts, Predigers zu Peest und Palow, Biblischer Physicus, Oder Einleitung zur biblischen Natur-Wissenschaft und deren besondern Theilen : zur Erkänntniß und Preis des Schöpffers, und zum rechten Verstande der H. Schrift, sofern dieselbe irgendwo von Physical. Dingen handelt, aus dem Grund-Texte kürzlich, doch deutlich und ordentlich vorgetragen, auch mit der heutigen gründlichsten Phylosophie verglichen ; zusammt dem Biblischen Hyperphysico von den Wunderwercken der H. Schrift ; nebst vollständigen Registern
Entstehung
Seite
538
Einzelbild herunterladen
 

zz8 Von den unreinen Vögeln.

fleugt, Sach. 5, 9. und welche an Stärcke den Flügeln desStraussen fast gleich kommen, Job Z9,iz. (Siehe unten.) Erhat einen langen, rothen und dicken Schnabel, sehr lange, dürreund rothe Füsse, damit er tief ins Wasser hinein gehen könne,und seine Finger oder Klauen sind an der innern Seite rauhoder scharf, wie eine Säge, um die Schlangen, Eydexen,Fische,Frösche und dergleichen, desto besser zu halten. Sie setzen ihreNester bey uns gemeiniglich auf die Häuser und hohe Gebäude,sonst aber auch aus hohe Bäume, wie die Reiger, Ps. 104,1z.wie denn das Hebr. Wort LutheruS auch durch Rei-ger übersetzet hak, lev. 11,19. Deut.i4,i8. es bedeutet aber ei-gentlich einen Storch, der also genennet wird von der Gütigkeit,gleichsam ein gütiger und gutthätiger Vogel, avis pia L beni-Ana, wie ihn die Römer genennet, und die Scribenten auch ein-hellig bezeugen, daß nicht allein die Alten ihre Jungen ungemeinlieb haben, sondern auch die jungen Störche ihre unvermögendeAlten wieder so füttern und versorgen sollen, wie sie ihnen gethanin der Jugend; darum auch die Egyprier in ihren Hierogly-phiciö einen Storch gemahlet, wenn sie einen Sohn, der seinenVater lieb und werth hielte, andeuten wollen. Daß aber diejungen Störche auch ihre alte und schwache Eltern auf ihre Flü-gel nehmen, und also heben und tragen sollen, wie sie die Mahlerabzubilden pflegen,ist mehr einer Fabel ähnlich,als in derErfah-rung gegründet. Sonst will man Exempel haben, daß Stör-che auch gegen die Menschen,die ihnen Gutes gethan, sich wiederwohlthätig und danckbar bezeuget haben *.

Demnach ist der Storch ein Bild der danckbaren Wieder-vergeltung und Erkänntlichkeit, conf. i Tim.;,4. wie auch derKlugheit, sich ordentlich in die Zeit zu schicken, weil sie ihre Zeitvon uns wegzuziehen, oder sich den Winter über zu verbergen **,und im Frühling wieder zu kommen, so genau in acht zu neh-men wissen, Jer. 8 ,7.

VI. Der feiger, ^räeg, ist ebenfalls ein aus dem Wasserdurch den Fischfang seine Nahrung suchender Vogel, der abergleichwohl in Wäldern auf hohen Bäumen nistet, conk.Ps

104, iz.

* lbicl. s. ly. P.Z27. ** Sttche oben c. 6. §. 6. n. 6. p. 50;.

F

^ 5 '-

,'.Lerl

Wll

'21 kl!,!

ÄW

i^erc

Kr6

*1»,,,