Von den Thieren insgemein. 405
in welcher die eingenommene Speise und Tranck, von was Art,Gestalt und Beschaffenheit sie immer seyn, auf eine gantz son-derbare Peise gekochet, und auf eine höchst-verwunderliche,unsMenschen unnachahmliche, ja unbegreifliche Weise, in ei-nen milchweißen Nähr-Saft verwandelt werden, welcher her-nach durch die subtilesten und zartesten Milch-Aederlein demHerßen zugeführet, in purpurrothes Blut sich verändert.Alle NWkuln oder Vläuslein des menschlichen und thieri-schen Leibes sind so viel als VeÄ68 oder Hebel, durch welche alleBewegung geschiehet; es sind aber diese Hebe-Zeuge also ange-legt, daß die Beweg-Kraft angesetzet wird an den kleinen Arm,und die Last hingegen angehängt an den längern, wider alleOrdnung der gemeinen menschlichen Mechanik oder Bewege-Kuiifi *. Anderer künstlichen Werckzeuge, welche die soweislich eingerichtete Structur des Leibes bekräftigen, mag itzonicht gedacht werden. Nur dieses ist noch zu bewundern, daßbey so vielen verschiedenen Theilen und deren Verrichtung keineVerwirrung, sondern die zierlichste Harmonie und Ordnung,und alles in solcher Proportion verfertigt ist, als wenn alles nachdem Circul abgemessen wäre **. Viele Theile, ob sie gleich ein-fach, haben einen vielfältigen Nutzen, z. E. die Zunge dienetzu Fassung und Schmeckung der Speisen, aber auchzuFormi-rung der Stimme; das Eehirn ist die Quelle der Sinnen,Empfindung und Bewegung, aber auch bey dem Menschen einSitz der vernünftigen Seele; die Haare dienen zur Beschü-hung wider die Kälte, und zugleich zur Zierde; die Nase istein Werckzeug des Geruchs, und dabey nebst der Zierde, wel-che sie dem Angesicht giebt, ein Canal, durch welchen der imganhen Leibe überflüßige rotzichte Schleim ausgeführet wird.Wobey sich denn zeiget eine grosse Kunst des Werkmeisters,daß durch wenige Glieder viel kan ausgerichtet werden.
, Obschon die Thiere, als besondere Kunst-Wercke oderkünstliche Maschinen betrachtet werden, so sind sie deßwegendoch nicht unempfindlich, wie die Cartesianer vorgeben, und
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v. 2.
c.tz 26.
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