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Johann Jacob Schmidts, Predigers zu Peest und Palow, Biblischer Physicus, Oder Einleitung zur biblischen Natur-Wissenschaft und deren besondern Theilen : zur Erkänntniß und Preis des Schöpffers, und zum rechten Verstande der H. Schrift, sofern dieselbe irgendwo von Physical. Dingen handelt, aus dem Grund-Texte kürzlich, doch deutlich und ordentlich vorgetragen, auch mit der heutigen gründlichsten Phylosophie verglichen ; zusammt dem Biblischen Hyperphysico von den Wunderwercken der H. Schrift ; nebst vollständigen Registern
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406 Von den Thieren insgemein.

die Thiere bloß ansehen, als Uhrwercke, in deren Theilen von ei-ner äußern Eindruckung oder innern Anlaß zwar eine gewisseBewegung entstehen könne, aber keine Empfindlichkeit, wie indenen mit einer vernünftigen Seele begabten Menschen. Denndie Thiere haben in ihrem Leibe alle Gliedmassen der Empfin-dung, das find die Sinnen, als Augen zu sehen, Ohren zuhören, eine Nase zu riechen, eine Zunge zu schmecken, und eineHaut, in welche das Gefühle über den gantzen Leib ausgetheiletist. In allen diesen Gliedmassen der Sinnen find Nervenoder Spann-Adern mit ihren zarten Fäserlein oder Wärtzlein,welche den Eindruck derer Dinge, welche das Gliedmaß derSinne rühret, bis zu dem Gehirne fortbringen, und also dieEmpfindung auch bey den Thieren verursachen. Insonderheitist die Sinnlichkeit des Gefühls unendlich vieler Eindruckun-gen fähig, und entstehen daher auch mancherley Empfindun-gen, z. E. Begierde zu Speise und Tranck, rc. Wollust undSchmerh. Eben darum spricht auch die Schrift, Prov.i2, io.der Gerechte erbarmet sich seines Viehes, nemlich damit erdurch Auflegung übermäßiger Lasten oder gar durch unbarm-herhige Schläge demselben keine Empfindung der Schmertzenverursache, .conf. Röm. 8,22. Num. 22,28. indessen findensich dergleichen Paßionen bey den Thieren nicht in solchemGrad, wie bey den Menschen, d. i. nicht mit einigem Verstand,oder Wissen, oder Gedancken. Die Thiere empfinden, dieMenschen aber wissen, daß fie empfinden, und haben deswegenvon der Wollust eine Freude, und von den Schmerhen Trau-rigkeit, welches aber von den Thieren nicht mag gesagetwerden *.

§. 6. Ein fernerer Beweis von der Empfindung der Thiereist auch ihre Stimme, welche sie auf so vielerley Art, wiewohleines immer mehr, als das andere verändern, als mannigfal-tig der Eindruck der Dinge, die fie empfinden, in die zartenfpannaderichten Fäserlein der Gliedmassen ihrer Sinne ist,oder auf so vielerley Weise ihre Sinne berühret werden. DerMensch bringet eö sogar bis zur Sprache, daß er durch Worte