186 Von den Bergen.
das Wasser müsse zu grossem Nachtheil der Gewächse überallauf dem Lande stehen bleiben,oder doch viele Mühe verursachenwenn man es durch die Kunst ableiten sollte. Also sind dieBergereiche Wasser-Gehalter, und entspringen von ihnen nichtnurrrnzehlich viel Brunnen, Bäche und Flüsse, conf.Deut. 8,7.Ps. 104, iO. sondern auch Wolcken in grosser Menge: Demiwenn die Berge rauchen, Pf. 104, 92.144,5. d.i. eine unsäg-liche Menge Dünste von ihnen aufsteiget, sammlen sich selbigein Wolcken, die hernach von denen Winden anders wohingetrieben werden f.
II. DieBerge widersetzen sich der Gewalt der wütendenSee, und dienen wider viele Ueberschwemmungen oder star-ke Wafferfluthen, conf Ps. 46, 4.
III. Einen gleichen Nutzen haben sie auch in Ansehung derWinde, deren Gewalt und ungestümen Anlauf sie brechenundschwachen, indem sie sich daran stossen, daß sie nicht weiter fort-kommen, sondern reflectiret und zurück beweget werden; undweil der resiectirte Wind dem andern entgegen bläset, wird da-durch die Gewalt des Windes gebrochen, welcher man sonstauf freyen Felde oder platten Lande nicht widerstehen kan.Da auch die Berge den Wind aufhalten, daß er in einemStriche nicht fortkommen kan, so kan er sich auch nicht soweit erstrecken, als sonst geschehen würde, wenn er Freyheithätte seinen Strich ungehindert fortzusetzen.
IV. Die Berge sind grosse Vorraths-und Schatz-Kam-mern , daraus allerley Echt, Metallen, Mineralien undSteine, welche in den Eingeweiden oder Klüfften der Ber-ge sich finden, gegraben werden, Job 28, 9. Deut. 8,9»Jer. zi, 25. 26.
V. DieBerge vermehren die Mannigfaltigkeit und Der-schiedenberr der erschaffenen Dinge, indem sie so viele Artender Kräuter, Pflantzen und Bäume zeugen, welche sonst in nie-drigen Orten nicht sowohl wachsen und fortkommen, Job 40,15Prov. 27,25. In Heil. Schrift werden insonderheit gerühmetdie Cananäischen Gebirge, wegen der köstlichen Weide, Pf
147,8.
* vIä.8clieucli2.kü/5. k.2.c. 14. §.29. x. 165.
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