78 Don Dünsten, t^ebet und N>olcken.
aufsteigen *. Der Name der Dünste in Heil. Sprache ist"irg, Vapor, Gen. 2, 6. Job z6, 27. Vaporeb,
nubes, von aufheben, weil Dünste und Wolcken von
der Erde in die Höhe gehoben werden, Jer. iO, iz. c. 51,16.
, Rauch, muß auch oft exbalano, Dampf bedeuten,Ps. 148,8. wie das Griechische x^nv^, lumus, Sir. 22,29.Sonst ist das Griechische Wort «7,^ Dampf, Jac. 4,14.
§. 2. Obwohl die Dünste, als kleine wässerichte Bläschen,'die sich in der Luft zertheilen, und vor unsern Augen verschwin-den, indem sie aufsteigen, auch keine ordentliche Bewegungvor sich haben, sondern von dem Winde hin und her getriebenwerden, etwas sehr schlechtes zu seyn scheinen ; so ist es dochsehr wunderbar, daß sich GOtt dieses dem Ansehen nach so gargeringen Mittels bedienet, viel grosse Dinge in der Natur aus-zurichten. Denn ausser dem gemeinen Sulzen, da sie darzndienen, daß die Luft feuchter werden kan, und nicht immer tro-cken bleibt, daß Nebel, Wolcken, Thau, Reif, Regen,Schnee, Hagel, sammt denen Luft-Erscheinungen können er-zeuget werden; so haben die Dünste auch noch ihren verbor-genen Nutzen, welcher nicht so gleich einem ieden in die Augenfällt, nemlich: i) Sie schwächen die Kraft der Sonne, undmindern deren allzugrosse Hitze im Sommer, oder kühlen dieLuft ab, wie man in heißen Tagen wahrnehmen kann, wennman auf einem Saal oder in einem andern Gemach, den Bodenmit einem frischen Wasser besprenget, oder mit frischem Laubbestreuet, da die kühlen Ausdünstungen frische Luft machen;2) Eie dienen den Geruch in einem Gemach anzunehmen undlänger zu erhalten, daß er sich nicht so bald zerstreuet, auch sonstweiter fortgebracht werden kan; wie man denn zur See bis aufdreyßig Meilen den Roßmarin, der in Spanien wächst, un-weit den Ufern gantz eigentlich riechen kan, Lmgleichen wird derGeruch der Zimmer- und Negelein-Wälder in Ceylon und ingantz Indien weit vom Ufer in der See verspüret. Und wennim Frühling der Regen einen angenehmen Geruch hat, so be-kommt
tz ViÄ. Lchruchr. kd/l.?.». c,p. -4. 241