Druckschrift 
Johann Jacob Schmidts, Predigers zu Peest und Palow, Biblischer Physicus, Oder Einleitung zur biblischen Natur-Wissenschaft und deren besondern Theilen : zur Erkänntniß und Preis des Schöpffers, und zum rechten Verstande der H. Schrift, sofern dieselbe irgendwo von Physical. Dingen handelt, aus dem Grund-Texte kürzlich, doch deutlich und ordentlich vorgetragen, auch mit der heutigen gründlichsten Phylosophie verglichen ; zusammt dem Biblischen Hyperphysico von den Wunderwercken der H. Schrift ; nebst vollständigen Registern
Entstehung
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Von -emMinöe.

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Kraft geringer wird, daß die Luft zur Seite, die dergleichenVeränderungen nicht leidet, sich dahin bewegen muß. AufsolcheWeise entstehet der Wind an den Ufern der Flüsse und Seen,den man sonderlich gegen Abend, wenn die Luft kühle wird, da«selbst verspüret. Denn da das Wasser kälterer Natur ist, alsdie Erde, so kühlet sich auch die Luft über dem Wasser eher ab,als über der Erde, sonderlich gegen Abend, da die Sonne dieErde verläst, oder doch wenigstens nicht mehr so warm scheinet.Eben diese Bewandniß hat es, wenn gegen Abend oder Nach«mittage, die durch die Wärme verdünnete Luft wieder abgeküh-let wird, und etwa aus einem Walde oder Busche, wo die Luftdichter ist, als aussen im freyen Felde, ein kühles Lüftlein we-het, conf. Gen. z, 8. Cant. 2,17. So bringen auch z) dieDünste in der Luft oft einen Wind zuwege: denn diese vermeh-ren die Schwere der Luft, daß sie mit der anliegenden, wo keinedergleichen Veränderung vorgehet, nicht mehr im Wagerech-ten Stande verbleiben kan. Also entstehen die Winde ordent-lich im Frühlinge, wenn Schnee und Eiß aufthauen, und dasfeuchte Erdreich austrocknet, folgends die Luft mit vielen Dün-sten erfüllet wird. Wenn aber die Dünste sich in Wolcken zu-sammen ziehen, und diese in einem Regen herabfliessen, so wirddie Luft dadurch leichter, als sie vorhin war, und kan daherübermahl mit der umstehenden nicht im Gleichgewicht bestehenbleiben, sondern verursacht wiederum einen Wind. Je schwe-rer auch die Dünste sind, und ie tiesfer die Wolcken sich sencken,ie leichter wird die obere Luft, und also ihr Gleichgewicht nochmehr gehoben. Da auch dicke Wolcken das Sonnen-Licht nichtherunterfallen lassen, sondern es gegen den Himmel wieder zu-rück werffen, so vermehren diese doppelte Strahlen die Wärmeund verdünnen folglich die Luft, daher sie entweder in die Höhesteiget, oder zur Seiten abfliesset. Daraus wird denn erkannt,woher bisweilen in der untern Luft eine Windstille, oben aberein starcker Wind, oder umgekehrt, oben stille und unten sehrwindig ist, nachdem nemlich die ausdehnende Kraft der Luft,oder ihre Schwere, oben oder unten geändert, und ihr Wage-rechter Stand aufgehaben wird.

D 4 §. Z.