Druckschrift 
Johann Jacob Schmidts, Predigers zu Peest und Palow, Biblischer Physicus, Oder Einleitung zur biblischen Natur-Wissenschaft und deren besondern Theilen : zur Erkänntniß und Preis des Schöpffers, und zum rechten Verstande der H. Schrift, sofern dieselbe irgendwo von Physical. Dingen handelt, aus dem Grund-Texte kürzlich, doch deutlich und ordentlich vorgetragen, auch mit der heutigen gründlichsten Phylosophie verglichen ; zusammt dem Biblischen Hyperphysico von den Wunderwercken der H. Schrift ; nebst vollständigen Registern
Entstehung
Seite
52
Einzelbild herunterladen
 

li' l

.Ä --I

52

Von der Lust.

derbungen, im Leben und Tod. Obst, das wurmstichig,oder von den Vögeln angedickt ist, wird viel eher reif und zei-tig, alsdasgantze und frische, weil nemlich durch die verwun-dete Häutlein die äussere Luft einen freyen Zugang zu der innernbekommt, daß sie sich mehr ausdehnen, und die Substanh derKörper ausbreiten, erweitern, ja oft zerreißen und zertrennenkan. Obst, Fleisch und andere dergleichen Sachen faulenleicht, weil die kleinesten Theile der Luft, sich in deren Löchleineindringen, und durch ihre Bewegung erstlich die beweglichereund leichtere Theile ausweiden, hernach auch die gröbere und zä-here von einander trennen, und in ihrer Stellung oder Gestaltverändern. Daher muß man vor der äußern Luft wohl bewah-ren, was man lange Zeit vor der Verwesung erhalten will *.Wer ists nun, der dieses subtile Element also ausgedehnet, daßes anders nicht, als durch Optische Verdickung in etwas sicht-barwird? der es so klein zerschnitten, daß ein Luft-Theilichen4OOOOOMal kleiner berechnet wird, als die Dicke eines Haars?der ihm gegeben seine gewisse, der Erde und allen Erden-Kör-pern angemessene Schwere? ihre gewisse Druck-und Treib-Kraft oder Elasticität, welche allezeit sich richtet nach dem Ge-wicht des obern Luft-Kreises oderAtmosphärä? der ihr gesetztgewisse Grentzen ihrer Dünnung oder Ausdehnung durch dieWärme, und Verdichtung durch die Kälte? Gewißlich nie-mand anders, als Gott, dessen zweytes Tagwerck der Schöpf-fung diese Ausdehnung zwischen den Wassern gewesen, Gen.r, 6. der dem Winde und der Luft ihr Gewicht gemachet,Job 28, 25 s.

§. 19. Gottes geoffenbartes Wort mercket noch etwas be-sonders von der Luft an:

1) Daß sie den bösen Geistern ietzo zu einer Wohnung über-lassen sey, Eph. 2,2. c. 6,12. welche auch darinnen durch Got-tes Zulassung mancherley schädliche Wirckungen ausrichtenkönnen, con 5 .Jobl,i6. Match. 8, 24 **.

2) Daß sie der Ort seyn wird, worinnen in der letzten Zu-

kunft

* 8clieucli2. kkyt. ?. i. c.§. 11. Lr ir. p.** cont. Uoctin. 1'tierkr. n»r. x.

s ldlN. §. 27.1?. 40-