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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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Verfügung des Konsistoriums hieher gekommen und kanntekeinen Menschen. Ich wünschte mir oft, ich hatte eineZeit lang ineo§nito da bleiben können, um die Charaktereder Eltern genau zu beobachten, und ohne die Eltern,wissen Sie wohl, ist auch bei den Kindern nichts auszu-führen. Bei mir war noch der besondere Umstand, daßich vor fünf und zwanzig Jahren zum erstenmale einegeordnete Schule einzurichten hatte, was die Juden damalsnoch gar nicht kannten. Ich kam mir in der ersten Zeitvor, als wär' ich in eine fremde Welt verzaubert."

„Nun, du hast dich bald verzaubern lassen und hastdas schönst' Mävle aus dem Ort geheirathet, he he, unddas war auch recht," erwiederte der alte Mann. Zu un-serm Freunde gewendet fuhr er fort: „Ihr müsset haltauch ein Mädle aus dem Ort heirathen."

Unser Freund fuhr so bestürzt zurück, daß er in einwohlgegläktetes Beet trat; es war ihm, als hätte sich Allesgegen ihn verschworen, um ihn zu verkuppeln. Nachdemer sich über die angerichtete Zerstörung entschuldigt, sagte er:

„Ich meine nur über mein Verhältniß zu den Elternund den Kindern."

„Nur recht streng," sagte der Alte, die zertretene Stellewieder aufhäckelnd. „Von dem neuen Schulwesen versteh'ich nichts, da fragt man die Kinder: wer hat den Stuhlgemacht? als wenn man das nicht schon von selber müßt';da lautiren sie h. k. I. in. wie die Stummen, es gibt garkein ABC mehr."

„Sie meinen also recht streng?" erwiederte ablenkendunser Freund.

„Ja. Wie die Mannen im Dorf 'rumlausen, ist kei-ner da, der es nicht aus dem Salz von mir kriegt hat,und sag' du, ob sie nicht noch heutigen Tags allen Respektvor mir haben?"

„Ganz gewiß," sagte der jüdische Lehrer lächelnd. DerAlte fuhr fort:

„Und wenn eine Lustbarkeit im Dorf ist, da darf mannicht den vornehmen Herrn spielen, der sich's eine Weile