408
als ein verachteter Spaßmacher für Andere. Wenn erauf solche Gedanke» kam, machte er immer um so tollereSpäße und überredete sich eine Zeit lang) er mache siezu seinem eigenen Vergnügen.
Von vier Kindern, die Creszenz geboren, waren nurzwei am Leben geblieben, der älteste Knabe und ein kleinesTöchterchen; nie duldete Florian, daß eines derselben seineSpäße oder sein Gewerbe mit ansah. Sie mußten immerden Tag über bei den Habseligkeiten in einer Scheuneoder in einer Bauernstube bleiben.
Creszenz wagte einst den Vorschlag zu machen, daßsie um der Kinder willen nach Hause zurückkehren undsich dort als Taglöbner ernähren wollten.
„Red' mir nicht da davon," erwiederte Florian zähne-knirschend, „keine zehn Gäul' bringen mich die HorberSteig 'naus. Ich hab' daheim meine Ehr' verloren undnie — nie seh' ich mehr den Noddstetter Kirchthurm."
15 .
Ein verlorenes Kind und ein wiedergefundener Vater.
Zu Braunsbach am Kocher, gerade gegenüber von desMärrle's Haus, steht eine Linde, dorthin sah man aneinem Sommernachmittage eine wandernde Familie ziehen.Der Vater, ein kräftiger Mann mit einem blauen Ueber-hemde und einem vielfach eingedrückten grauen Hute, zogan einem Karren, auf dem eine Scheerenschleiferbank undeiniges Hausgeräthe lag. Ein brauner magerer Hundvon mittlerer Größe war neben ihm angespannt. DieFrau hals ebenfalls den Karren den Berg hinausschieben.Die zwei Kinder folgten hinterdrein und trugen zusammen-gelesenes Holz in ihren Armen. Als man endlich unterder Linde angelangt war, zog der Mann die um seinenOberleib geschlungene Gurte ab, warf den Hut auf denBoden, fuhr sich mit der Hand über die schweißtriefendeStirne und setzte sich, mit dem Rücken gegen die Lindegelehnt, aus den Boden. Wir erkennen ihn, trotzdem er