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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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Bcim ersten Morgenstrahle stand er am Gitter und las:

Ich weiß nicht, ob der Brief in deine Hand kommtund nnterschreib' mich deßwegen nicht. Ich bin in derStadt gewesen und hab' mir meinen Heimathschein geholt,das Bcßle hat mir im Elsaß einen Dienst verschafft; ichgeh' übermorgen fort. Ich hab' mir auch ein langesKleid machen lassen. Mein' Mutter ist gestorben undmein Vater heirathet das Näher Walpurgle. Ich brauch'dir nicht zu sagen, daß ich nie von dir lass' und wenndu auch weiß nicht was gethan hältst. Wenn du aucheinmal schlecht gewesen bist, du bist doch nicht schlecht,das weiß ich. Sei nur fromm und geduldig und trag'dein Schicksal, unser Herrgott ist mein Zeug', ich thätdir's gern abnehmen. Ich hab' mir auch von deinemVater dein Messer geben lassen, das du immer so gerngehabt hast, ich hoff', wills Gott, dich noch einmal inEhren mit schaffen zu sehen; gib nur du auch die Hoff-nung nicht aus, denn sonst ist man ganz verloren. Mach'dir keine unnöthige Vorwürf' über das, was du gethanhast, das nutzt jetzt nichts mehr, und sei brav. Vondem ersten Lohn, den ich krieg', lös' ich mir wieder deinenRing und meinen Anhenker aus. O! ich hätte dir nochso viel zu sagen, zehn Schreiber könnten's nicht schreiben.Ich will schließen und verbleibe deine Getreue bis inden Tod."

Florian fühlte ein nie gekanntes Entzücken, er konnteselig weinen, er sah erst jetzt recht, was er an der Kres-zenz besaß, und in allem dem freute er sich auch wieder,daß ihm sein Messer erhalten war.

14 .

Ein elendes und ein lustiges Leben.

Auf sechs Jahre kam Florian in das Zuchthaus. Erwar fast froh als man ihm die Sammtjacke auszog unddie graue Sträflingsjacke dafür gab, dadurch wurde doch