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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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Als nun endlich das letzte Haus hinter ihm war, gelobteer sich, nie mehr in seinen Heimathsort zurückzukehren.

Die Gefangenschaft Florians war nun schwerer, er saßwohl wieder auf demselben Thurme am Ncckarthore, aberin der beßtvermauerten Zelle.

Ost lugte er durch das Gitter hinaus, wenn er abereinen Nordstcttcr bemerkte, prallte er wie von einer Kugelgetroffen zurück.

Nach und nach ließ der Schmerz über sein Loos inFlorian nach und er suchte sich allerlei Kurzweil zu machen.Er stellte sich einen Strohhalm aus die Stirne und gingeine Weile umher, dann legte er nach und nach mehrereHalme darauf, bis er eine vollständige Hütte aufbauen undwieder abbrechen konnte. Er lernte mit vieler Mühe, sichan den Eiscnstäben senkrecht in die Luft zu halten, erlernte sogar seine beiden Kniee über den Nacken zu legen.

Eines Tages, als Florian durch das Gitter hinaussah,bemerkte er Kreszenz, die nach der Stadt ging; heißeThränen fielen auf die Eisenstäbe, er konnte sie nichtsprechen, ihr kaum ein Zeichen geben.

Als es Nacht geworden war, hörte er mehrmals vordem Fenster husten, er erkannte Kreszenz und antwortetemit gleichem Zeichen.

Kreszenz flocht das rothe Band, das sie am Hammel-tanze mit ihm gewonnen, aus ihren Haaren, knüpfte einSteinchen und einen Brief hinein und warf das flatterndeBand zu Florian hinauf, der es geschickt faßte, dann gingsie eilig davon. Aus der Ferne aber vernahm Florian denEndreim des Liedes:

Das Feuer kann man löschen,

Die Liebe nicht vergessen,

Das Feuer brennt so sehr,

Die Liebe noch viel mehr.

Die ganze Nacht konnte Florian kein Auge zuthun, erhatte Nachricht von seiner Kreszenz in der Hand und konntesie doch nicht lesen.