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Auerbach's Dorfgeschichten
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die Haare zurecht und faßte Kreszenz, küßte und herztesie; sie widerstand nicht. Endlich aber sagte sie:

„Nun, jetzt ist genug; du bist halt grad noch wie dugewesen bist."

„Ja, aber du nicht."

„Kein Brösele anders. Gelt, du bosgesi, weil ich mitdem Geometer geh'? Wir hätten uns ja doch nie heirathenkönnen. In Dienst lassen mich meine Leut' nicht, und beiihnen bleiben mag ich auch nicht, bis ich graue Haar krieg'.

„Wenn das so ist, wenn du den Geometer magst, hab'ich nichts mehr mit dir zu reden; daS hättest du mir heut'Morgen sagen können. Ich weiß eine Zeit, da hätt' derKönig kommen können, dem das ganze Land gehört undder's nicht bloß vermessen hilft, und du hättest gesagt:Groß Dank, mein Florian ist mir lieber, und wenn ernichts hat, als was er aus dem Leib trägt."

„Ei, wie schwätzst du jetzt, was nutzt das? wir könnenuns ja nicht heirathen."

„Ja- ja, da hört man's, das ist das erzig*) roth'Schneiderle. Wenn ich dich nur mein Lebtag mit keinemAug' mehr gesehen hätt', wenn ich nur all' beid' Fuß bre-chen hätt', eh ich wieder heim kommen wär."

„Ei mach' jetzt keine so Sachen, gelt, du lugst michdoch auch als noch freundlich an und lachst ein bisle mitmir, wenn du mir verkommst?"**)

Mit einem Blicke voll heiterer Licbeslust sah KreszenzFlorian an, sie lächelte, aber das Weinen stand ihr näherals das Lachen. Florian hob sein Messer auf, steckte esein und wollte fortgehen; da faßte Kreszenz seine Handund sagte:

„Trutz mir nicht, Florian, gang, mach', red' auch. Lug'ich hab' ja doch den Geometer noch nicht geheirathet, aberlaufen lassen kann ich ihn jetzt nicht; meine Leut' thäten

*) Erzig, so viel als ursprünglich, durchaus gleich damit-

**) Verkommen, so viel als begegnen.