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Auerbach's Dorfgeschichten
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Kreszenz schlug den Arm über den Rechen und reichtedie linke Hand, indem sie tief athmend sagte:

„B'hüt di Gott bis heut Abend."

Jetzt erst im Weitergehen empfand Kreszenz, wie schwerdie Last auf ihrem Kopfe war; sie stöhnte im Weitergehenals ob sich der Mocklepeter am hellen Tage als ein er-drückender Geist an sie angeklammert hätte. An dem Kreuzelegte sie die Last auf die dort stehende hohe Bank, diezum Auf- und Abladen schwerer Traglasten hier aufgerichtet ist.

Bei dem Sinnbilde des Glaubens steht dieser stummeDiener allzeit hülfreich bereit. Zu Füßen besten, der dieschwerste Last auf sich genommen — die Menschen frei undliebend zu machen — legen die Menschen eine Weile ihreTagesbürde nieder, um dann ausgeruht weiter zu schreiten.

Kreszenz blickte lange nach dem Crucifix, sie wußteaber nicht, daß sie es that, denn in ihr bebte nur die Furchtvor dem Florian, nach dem sie sich nicht umschauen wollte;endlich aber that sie es doch, und ihr Antlitz erheiterte sichsichtbar, als sie den flinken Burschen so durch das Felddahin wandeln sah.

Den ganzen Tag über war Kreszenz ernst und wort-karg. Noch ehe es Nacht war, nahm sie ein Koller, umes, wie sie sagte, dem Walpurgle zum Waschen zu bringen;sie ging aber nicht zu dem Walpurgle, sondern zu dein Lenorle;dieses kam ihr entgegen und sagte:

//Geh' nur durch die Scheuer, hinten im Garten ist er."

»Geh' mit," bat Kreszenz.

//Ich komm' schon, geh' nur dieweil."

Als Kreszenz unhörbar durch die Scheune in den Gar-ten trat, sah sie den Florian, wie er auf einem Blocke ge-bückt da saß und mit einem stiletartigen Messer etwas indas Holz grub; seine langen, schön gescheitelten, braunenHaare hingen weit über seine Stirne vor.

//Florian, was treibst?" fragte Kreszenz.

Der Angeredete warf das Messer weg, schüttelte sich