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— er fühlte sich allein und stark. -Als nun die anderenKameraden, die das Leben, ihr Geschick und den Todleichter nahmen, allesammt in ein Wirthshaus gingen, umnach altem Brauch dem Verstorbenen hundert und einenSchoppen Bieres, jeden Schoppen in einem Zug, in's Grabzu trinken, da ging Jvo einsam, sein Waldhorn unter demArm, hinaus über die Brücke, immer weiter. Die Sonnebegann zu sinken, noch zitterten ihre letzten hellen Strahlenauf der Erde, aber schon stand der Mond hoch oben amwolkenlosen Himmel, als wollte er den Erdenkindern sagen:zaget nicht, ich wache über euch und leuchte euren nächtlichstillen Bahnen, bis eine neue Sonne glänzend heraufsteigt.Jvo sagte sich innerlich: »So zagen und jammern die
Menschen, wenn eine neue Lehre untergeht oder eine Lcbens-leuchte versinkt, nicht immer ist alsbald ein neues Licht inihnen aufgestiegen und doch naht es sich ihnen unvermerkt,sie aber fürchten die ewige Nacht, weil sie es noch nichterblicken, weil sie nicht vertrauen dem ewigen Licht." Eswurde Nacht, Jvo stand still, aber mit dem Rufe: »fort,fort, nie mehr zurück!" ging er stets rascher. Er schlug nuneinen andern Weg ein, er wollte seine Heimath vermeiden.Wohl dachte er des Schmerzes seiner Mutter, aber er wollteihr von Straßburg aus schreiben, dorthin wendete er sich. Ergedachte sich einstweilen mit der Musik zu ernähren, oder alsBauernknecht zu dienen, bis er so viel Geld habe, um nachAmerika auszuwandern. Es war ihm, als ob er nie hinterden Büchern gesessen, er wußte nichts mehr von all' den theo-logischen Satzungen und Systemen, er kam sich wie neu-geboren vor, und nichts als die Erinnerungen seiner frühestenJugend spielten vor seiner Seele. So lief er die ganzeNacht durch, ohne zu rasten, und als er sich beim erstenMorgenstrahl in einem fremden Thale fand, da stand erstille und betete inbrünstig zu Gott um seine Hülfe. Erkniete nicht nieder, aber seine Seele lag anbetend vor dem