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Auerbach's Dorfgeschichten
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zu ihm nach Amerika. Es macht mir aber rechtschaffenFreud', daß du dich auch noch um mich kümmerst; so ist'sja net, daß, wenn man Geistlich wird, man gar nicht nachseine alte Freund ummer gucken darf?"

„Ich wünsche von Herzen, daß ich dir zu deinem Glückverhelfen könnte."

Emmerenz sah ihn freudestrahlend an, dann sagte sie'„das hab' ich mir immer denkt, du bist allfort gut ge-wesen, ich hab's nie glaubt, daß du stolz seist. Frag'nur dein' Mutter, wir reden oft von dir. Spürst alsnichts in deinem rechten Ohr?"

Die Beiden plauderten noch eine Weile so mit einander.Emmerenz erzählte, daß sie der Mutter die Briefe vorleseund daß sie sie fast ganz auswendig wisse. 3vo hielt esfür seine Pflicht, sie darauf aufmerksam zu machen, daßer auch ihrer nicht vergessen habe und daß sie nur stetsrecht brav sein solle; er sagte dieß Alles mit großer Selbst-beherrschung, denn das treuherzige Wesen des Mädchenshatte einen gewaltigen Eindruck auf ihn gemacht.

Es läutete, und an einigen mit ihren Gebetbüchernheimkehrenden alten Frauen merkte Jvo, daß er die Früh-messe versäumt hatte.

„Wo schaffst du denn heute im Feld?" fragte er noch.

„Draußen im Weiherle."

Mit einem „B'hüt di Gott" ging Jvo auch hinausin's Feld, aber gerade nach der entgegengesetzten Seite hin;es zog ihn oft rahin, wo er wußte, daß Emmerenz war,dann ging er aber um so schneller, um der Versuchungseines Herzens Trotz zu bieten. Endlich kehrte er nachHaus und nahm ein Buch vor, um zu studircn, aber erkonnte seine Gedanken nicht zusammenbringen. Er nahmPapier und begann einen Brief an seinen Clemens, erwollte ihm sein ganzes Inneres aufdecken, bald aber zerrißer den angefangenen Brief wieder und tröstete sich damit,daß er seinen Freund ja bald wieder sehe.