in der Stadt das Unterschicksal des Familienlebens nennen-*kann, so sind sie das noch weit mehr im Dorfe, wo dasganze Leben des Hauses ein in Arbeit und Genuß ge-meinsames ist. Weil nun in einer guten Haushaltungdie Eltern und das Gesinde friedlich zusammen leben, kannman um so gefahrloser die Kinder den Einflüssen des Ge-sindes überlassen, da man sie genau kennt.
Bei dem Nazi aber war gewiß nichts zu gefährden.Auf der Krippe und im Heuschober errichtete Nazi seinenLehrstuhl, antwortete auf die eifrigen Fragen seines Zög-lings oder erzählte ihm wunderbare Geschichten.
Nazi war am liebsten mit den Thieren zusammen, undwenn er auch mit ihnen, reden konnte, und wenn beson-ders das Falb Menschenverstand hatte, man konnte dochkeine rechte Antwort bekommen, so viel man auch redete;der Jvo aber konnte doch wenigstens einmal die Händezusammenschlagen und „Ei Herr Jerem" rufen. So hatteNazi den Knaben gerne bei sich. Wie ein Füllen nebendem im Wagen eingespannten Pferde los und ledig einher-rennt und allerlei Sprünge macht, so sprang Jvo immerneben dem Nazi einher, wo er auch hingehen mochte.
Wenn dann wieder die Beiden auf dem Stroh saßenund Nazi die Geschichte vomMockle-*) Peter, vomWach-holdermännchen, oder von dem verwunschenen Fräuleinvon Jsenburg erzählte, da bildeten die dumpfen Töne derfressenden Thiere eine schauerliche Begleitung zu der RedeNazi's. Besonders die Geschichte vom Mocklepeter, derden jungen Tannen, die noch bluteten, muthwillig dieKronen abriß, und der als Baummörder in der Egels-thaler Halde geistet,**) so wie die Geschichte vom Wach-holdermännchen, das ein graues und ein schwarzes Aug'hat, die jedes Jahr mit ihrer Farbe abwechseln, diese Ge-schichten mußte Nazi oft erzählen; denn die Kinder sind nochnicht so verwöhnt, daß sie immer was Neues haben wollen.
Tannzapfen.
Als Geist umgeht.