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„Vater," sagte er, „der Gregor sollt' hier Pfarrer sein."
„Das geht nicht, man macht nie einen zum Pfarrer,wo er geboren ist."
„Warum?"
„Mit deinem ewigen dummen Warum? weil's eben soist," entgegnele Valentin. Die Mutter aber sagte: „er hatt'sonst zu viel Anhang im Dorf und wär' nicht unparteiisch."
Entweder wußte sie es nicht oder konnte sie dem Kindenicht erklären, daß bei einem Ortsangehörigen die Heilig-keit des Amtes und die Ehrfurcht vor der Person desPriesters beeinträchtigt würde, da man seinen menschlichenUrsprung und sein Wachsthum kennt.
Valentin aber sagte nach einer Weile:
„Das best' Leben hat doch so ein Pfarrer. Er kriegtkeine Schwiele in die Hand vom Pflügen und kein Rücken-weh vom Schneiden, und die Pfarrscheuer ist doch vollFrucht; er legt sich aufs Kanape.e hin und denkt sich sein'Predigt aus, und macht seine ganze Familie glücklich.Jvo, wenn du brav bist, kannst du auch Hajrle werden.Möchtest du gern?"
„Ja," sagte Jvo mit voller Stimme und schaute mit weitaufgerissenen Augen nach seinem Vater auf, „aber ihrdürfet nicht Sie zu mir sagen," setzte er dann hinzu.
Das hat noch gute Weil'," erwiederte Valentinlächelnd.
Nach dem Mittagessen stellte sich Jvo hinter dem Tischauf die Bank, dort in die Ecke unter dem Kruzifix, woder Vater gesessen. Zuerst bewegten sich seine Lippen leise,dann hielt er mit lauter Stimme eine Predigt. Mit derernstesten Miene sprach er das kunterbunteste Zeug, er wolltegar nicht aufhören, bis ihm Valentin freundlich mit derHand über den Kopf fuhr und sagte: „So, jetzt ist's genug."
Die Mutter aber nahm den Jvo herab auf ihrenSchooß, herzte und küßte ihn, und sagte fast weinend:„O liebe Mutter Gottes! ich möcht' nicht länger leben,als daß mich unser Herrgott den Tag sehen ließ, an demdu dein' Primiz hältst;" dann setzte sie kopfschüttelnd und