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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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In der spärlich bewohnten kalten Gasse,derKniebis"genannt, steht ein kleines Häuschen, das außer einemStall und einem Schuppen nur drei zum Theil mit Papierzugeklebte Fenster hat; oben am Dachfenster hängt einLaden nur an einer Angel und droht jeden Augenblickherunter zu fallen. Neben dem Hause ist ein kleines Gärt-chen, das noch durch einen der Länge nach hindurchlaufen-den Zaun von dürren Dornen in zwei Hälften geschiedenist. In dem Hause wohnten zwei Bruder schon seit vier-zehn Jahren in unabänderlicher Feindschaft. Wie im Gar-ten, so war auch im Hause Alles getheilt, von der Dach-kammer bis hinab in den kleinen Keller; die Fallthürewar offen, aber drunten hatte jeder seinen durch Lattenabgetheilten verschlossenen Raum. Auch sonst waren anallen Thüren noch Hängeschlösser befestigt, als ob manstündlich den Ueberfall von Dieben fürchtete; der Stallgehörte dem einen, der Schuppen dem andern -Bruder.Kein Wort wurde im Hause vernommen, wenn nicht Einerbisweilen laut vor sich hin fluchte.

Michel und Koanradle, so hießen die beiden Brüder,waren beide schon sehr bei Jahren und beide unbeweibt.Dem Koanradle war seine Frau schon früh gestorben, under lebte nun so für sich allein; der Michel war nie ver-heiratet gewesen.

Eine blau angestrichene, lange sogenannte Bankkiste wardie erste Ursache des Bruderhasses.

Nach dem Tode der Mutter sollte Alles getheilt wer-den; die im Dorfe.verheiratete Schwester hatte schon ihr