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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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neben seiner Tochter auf der Hausflur und heftete seinenBlick auf die Steine des Fußbodens, die so kalt und theil-nahmlos waren wie das Antlitz des Beamten. Dannbrummte er vor sich hin:Wenn der Buchmaier da wär',müßt' er andere Saiten aufziehen." Das Aivle konntekein Wort reden, es hatte die Hände gefaltet und hustetenur manchmal ganz leise in sein schön gebügeltes Sack-tuch hinein.

Endlich wurde es in die Gerichtsstube gerufen, esstand rasch auf, Vater und Tochter sahen sich stumm an,und das Aivle verschwand hinter der Thüre. Es bliebhinter der Thüre stehen; der Oberamtmann war nicht da,aber dort saß der Schreiber und spielte mit der Feder inder Hand, neben ihm die beiden Gerichtsschöppen, siepisperten leise mit einander. Aivle zitterte und bebte anallen Gliedern; die Stille dauerte fast zehn Minuten, fürAivle eine halbe Ewigkeit. Endlich hörte man Sporen-klingen, der Oberamtmann kam. Aivle schien ihm sehrzu gefallen, denn er faßte es am Kinn, streichelte ihmdann die heißen, rothen Wangen und sagte:Setz' Dichnur." Aivle gehorchte, sich zaghaft auf den Rand desSessels niederlassend.

Nachdem es mit niedergeschlagenen Augen auf dieFragen: Name, Stand, Alter u. s. w. angegeben, fragteder Oberamtmann:Nun, wer hat Dir den Maibaumgesetzt?"

I kahn's et wisse, Herr Oberamtmann."

Hast Du nicht das Seil zum Anbinden an demDachfenster hergegeben?"

Noan, Herr Oberamtmann."

Weißt Du auch nicht, wer Dein Schatz ist?"

Aivle fing laut an zu weinen. Es war ihm schrecklich,daß es hier läugnen sollte, und doch konnte es auch nichteingestehen. Der Amtmann half ihm, denn er sagte:

Nun, was ist denn da zu läugnen? Der Mathesist Dein Schatz, Ihr wollt Euch ja bald heirathen."

Aivle dachte daran, daß sie über vier Wochen sich