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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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Spreu und Eiern gefüllten Korb an den Henkeln tragend; eingroßer Schwärm von Knaben, grüne Zweige in den Hän-den haltend, zog hinterdrein. Sie sangen vor jedem Hause:

Ho! ho! ho!

Der Maiemann ischt do,

Geant auns schnell d'Eier 'raus,

Sust kommt der Marder in's Heanerhaus,

Geant aus Eier, wia mer's wella,

Sust streue mer Spreuer auf dia Schwelle,

Ho! ho! ho! u. s. w.

Wo sie nun keine Eier erhielten, vollführten sie ihreDrohung und streuten mit Jubel und Lachen eine Hand-voll Spreu auf die Schwelle. Fast überall aber wurdeihnen willfahrt, und sie gingen von Haus zu Haus; nuran des Schloßbauern Haus gingen sie ohne anzuhaltenvorbei. Die Aufmerksamkeit des Dorfes war aber diesmalnicht auf den Maiemann gerichtet, denn Alles stand vordes Wagner Michel's Haus und betrachtete den Maibaum.Zur Herbeischaffung eines solchen mußten wenigstens sechsMann und zwei Pferde geholfen haben. Es war fastwunderbar, wie das so'hehlings" geschehen konnte; denndas Maisetzen war streng verboten und wurde als großerWaldfrevel mit drei Monaten Ludwigsburg, d. h. Arbeits-haus bestraft. Darum hatte es keiner der Burschen ge-wagt, nach alter Sitte seinem Schatz diesen gewaltigenStrauß vor's Haus zu stecken; nur des Wendel's Mathes,derzu dem Aivle geht," hatte dieß trotz des Verbotesausgeführt. Man konnte nicht herausbringen, wer ihmdabei geholfen hatte; man sagte, daß ihm Burschen ausdem eine Viertelstunde entfernten Dettensee, das zumsig-maringer Ländle" gehört, beigestanden hätten.

Viele Bauern, die mit Egge und Pflug ins Feld gehenwollten, andere mit der Hacke auf der Schulter, machtenHalt und betrachteten eine Zeit lang den Maiimum. Auchdes Wendel's Mathes war unter den Versammelten, under lachte immer in sich hinein und winkte dem Aivle, das