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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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Halse seiner Gespielin: „Ich bin verschänd't für meinLebtag." Auf vieles Zureden stand es endlich doch ausaus dem Bette, und als es nun zum ersten Male vor denSpiegel trat und die gräßliche Verwüstung sah, rief es:„Jesus, Maria, Joseph! Ich bin ja gerad' wie die Flambo-marann'. Lieber Gott, ich hab' mich g'wiß an ihr ver-sündigt; ich bin gestraft genug."

Unter keiner Bedingung wollte das Tonele mehr denSepper sehen, und dieser ging endlich zwei Tage darauf,ein kleines weißleinenes Nänzchen aus dem Rücken, nachStuttgart.

Erst nach vierzehn Tagen ging Tonele aus dem Hause,aber immer mit verbundenem Gesichte. Merkwürdig! fastder Erste, der ihm begegnete, als es mit der Hacke auf derSchulter zum Kartoffelgraben in's Feld ging, war der Jäger.

„Wie geht's, schönes Tonele?" fragte er gutmüthigdie Verbundene.

Das Tonele wollte vor Scham in den Boden sinken,es war ihm so eigen, daß er es bei seinem Namen nannteund noch dazu „schönes" sagte; es fühlte jetzt doppelt,wie gräßlich entstellt es war. Als es daher schweigendseufzte, sagte der Jäger, ich hab' schon gehört, was Euchgeschehen ist, darf man's nicht sehen?" — Das Toneleschob schüchtern das Tuch weg und der Jäger schlug un-willkührlich die Hände zusammen, dann' aber sagte er:„Das ist unverzeihlich, unmenschlich, so mit einem herr-lichen Mädchen umzugehen, wie Ihr seid. Das ist einmalwieder eine rechte Bauernrohheit, verzeihet mir's, ich mein'Euch gewiß nicht mit, aber die Menschen sind oft halbVieh. Lasset's Euch aber nicht zu sehr grämen."

Das Tonele hörte aus allem diesem nur die Theil-nahme des Jägers heraus, und sagte: „Nicht wahr, ich/bin recht verschänd't?"

„Bei mir thät das nichts," sagte der Jäger, „undwenn Ihr nur einen Backen hättet, Ihr thätet mir dochbesser gefallen, als alle Mädle von Nordstetten bis Paris."