Auf dem Feldraine, da wo der Weg sich scheidet undder eine nach Mühringen, der andere nach Ahldorf führt,im sogenannten „Kirschenbusch," dort saßen an einemSonntag Nachmittage drei Mädchen unter einem blühen-den Kirschenbaume. Rings umher war Alles stille, keinPflug regte sich, kein Wagen rasselte. So weit das Augeschauen konnte, überall sonntägige Ruh. Von der An-höhe gegenüber, vom Daberwasen, wo noch die Kircheeines alten Klosters steht, tönte die Glocke, die wie mitlautem Gruße die Betenden heim geleitete. In dem kleinenThälchen „im Grunde" genannt, blühte der gelbe Repszwischen den grünen Kornfeldern, und rechts auf der An-höhe sah man von dem jüdischen Gottesacker nur die vierTrauerweiden, die au den vier Ecken des großen Hügelsstehen, unter welchem die Großmutter, die Mutter undihre fünf Kinder ruhen, die alle in einem Hause verbranntsind. —> Weiter unten stand mitten unter den blühendenBäumen ein hohes, ziegelroth und weiß angestrichenes,hölzernes Crucifix. Sonst war rings umher lauter stilltreibendes Leben. Der einzige Laubwald in der ganzenGegend, das sogenannte „Buchwäldle," stand in vollerBlätterpracht, und auf der andern Seite des Weges zogsich der lichte Fichtenwald mit seinen stolzen und geradenStämmen in lichter unbewegter Ruhe dahin. Kein Lüft-chen wehte. Hoch zu den Wolken hinan schmetterte dieLerche ihren Gesang und tief in den Furchen versteckt schlugdie Wachtel. Es war, als ob die Aecker nur für sichselber blühten; denn nirgends war ein Mensch zu sehen,
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