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Vefele ließ die Arme sinken, sein Haupt neigte sich, seineHände falteten sich und es betete für die arme Seele desVerlorenen. So stand es eine Weile, in seinem Innerstensah es, Brönner war in dieser Minute gestorben. Dannrichtete es seufzend das Haupt wieder empor, es hob dasBündel auf, das ihm entfallen war, und schritt durchSturm und Regen wieder fürbaß.
Auf der Anhöhe, wo der Weg umbiegt und das Städt-chen Rottenburg vor den Blicken liegt, steht eine Kapelle.Vefele trat hinein und betete lange inbrünstig vor derMutter Gottes. Als es wieder aus der Kapelle trat, sahes die lange Ebene vor sich fast wie einen See; der Neckarwar übergetreten. Vefele ging außen an der Stadt herum,Hirschau zu. Hier traf es Plötzlich einen alten Bekannten,den auch uns noch wohl erinnerlichen Marem; er trugeinen Ouersack über dem Rücken und führte eine Kuh amSeile, er ging ebenfalls nach Hirschau. Wer sollte esglauben, daß Marem ein Mitgefühl mit dem SchicksaleVefelc's hatte, daß es ihm Thränen auspreßte? Und dochwar es so. Nehmt einen Dorfjuden und einen Bauernvon gleicher Bildungsstufe, ihr werdet jenen verschmitzter,auf seinen Vortheil bedachter und scheinbar kälter finden;aber bei jedem rein menschlichen Elend werdet ihr meisteine Wärme und Zartheit des Mitgefühls in ihm entdecken,die ihn weit über sein sonstiges Sein hinaushebt. SeinSchicksal hat ihn für manche andere Weltbeziehung ab-gestumpft, aber ihn auch zum teilnehmenden Bruder jedesrein menschlichen Schmerzes gemacht.
Marem bot Alles auf, um Vefele von seinem Wegezurückzubringen, er bot ihm sein eigenes Haus als Unter-kommen an, ja er wollte ihm sogar Geld aufdringen.Vefele lehnte aber Alles ab. In Hirschau kehrten die Bei-den ein. Marem ließ dem Vefele eine gute Suppe kochen,aber eS stand gleich, nachdem es den ersten Löffel voll ge-nommen, wieder auf, um weiter zu gehen. Marem wollteden Hund bei sich behalten, aber Vefele ließ. das treue Thiernicht, es schied mit einem: „Vergelt's Euch Gott!" —
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