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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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Er schickte sogleich Voten nach Melchior und Agathle, siesollten kommen und sich mit ihm freuen; man sagte ihmnicht, daß Agathle todtkrank darniederläge. Auch nachBrönner wurde geschickt, und dieser war der Einzige, derzum Schmause kam. Der Schloßbauer saß bis tief indie Nacht hinein und trank und lachte und scherzte, manch-mal wurde er auch trüb; er wünschte sich nur, daß seineAlte" das auch noch mit erlebt hätte, und er trank einvolles Glas zu ihrem Andenken. Man mußte den Ueber-fröhlichen, der schon auf dem Stuhle halb eingeschlafenwar, endlich zu Bette bringen.

Es war schon spät, als auch Brönner sich zum Fort-gehen anschickte; Vefele leuchtete ihm hinab, sie warenbeide hoch erregt und küßten sich heftig. Auf sein Bittenund Betteln sagte nun Vefele ganz laut:gut Nacht;"Brönner that desgleichen, er nahm den Hausschlüssel,schloß die Thür auf, schlug sie heftig zu und verschloßwieder. Aber er war nicht hinausgegangen, sondern erschlich sich hinauf in das Kämmerlein Vefele's. Niemandim Hause merkte etwas davon, nur das Mohrle, das imHofe angebunden war, bellte unaufhörlich die ganze Nacht,wie wenn ein Dieb in's Haus gedrungen wäre.

In derselben Nacht theilte sich der Engel des Lebensund der Engel des Todes in die Herrschaft des einenHauses; am andern Morgen fand man den Schloßbauervom Schlage gerührt todt in seinem Bette.

Niemand ahnte, warum das Vefele bei der Leicheseines Vaters wie wahnsinnig raste und sich gar nichtwollte beruhigen lassen; es war sonst immer so verständigund besonnen, und jetzt wollte es gar keine Vernunftannehmen.

Das Schloßgut wurde nun wieder von einem Baroneangekauft, und die Bauern bezahlten nach wie vor ohneWiderrede die alten Herrenabgaben.

3 .

Vefele zog nun zu seinem Bruder Melchior nach Ergen-zingen; nichts war ihm aus dem Dorfe gefolgt, als das