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Auerbach's Dorfgeschichten
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es auf, dann fragte er theilnehmend, ob es sich keinenSchaden gethan, es wäre gar gefährlich gefallen. Es lagso was Gutes in dem Ton seiner Worte, daß dem Vefeleplötzlich gar wunderlich zu Muthe wurde; es dankte herz-lich und sagte,.daß es sich nichts gethan; es ging weiter,der Fremde ging neben ihm.Ei, Sie hinken ja!" sagteder Fremde wieder,haben Sie sich den Fuß verrenkt?"

Nein, ich hab' einen kurzen Fuß," sagte Vefele undtrotz dem, daß es an allen Gliedern stör, schoß ihm dochdas Blut siedendheiß in's Gesicht. Es bedeckte sich mitder Schürze das Gesicht und that als ob es sich abtrocknenwollte, und doch war die Schürze ganz durchnäßt. DerFremde bemerkte nun, daß es kaum merklich hinke; Vefelelächelte halb ungläubig, halb geschmeichelt darüber. Eswar Vefele ganz eigen zu Muthe, daß der Fremde immerso neben ihm herging durch das ganze Dorf bis zu seinemHause; aber auch dort trat er mit einigen Entschuldigungs-worten ein, ohne eine Antwort darauf abzuwarten. DasMohrle aber sprang plötzlich auf den Fremden los undhätte ihn gewiß niedergerissen, wenn nicht der herbei-gekommen? Schloßbauer und das Vefele mit aller Machtabgewehrt hätten. Der Fremde verordnete nun für Vefelemancherlei Vorkehrungen gegen Erkältung, es mußte sichin's Bett legen, Thee trinken rc.

Mittlerweile saß nun der Fremde, oder wie er eigent-lich hieß, Eduard Brönner, bei dem Schloßbauer undplauderte behaglich mit ihm; kaum eine Stunde war vor-über, so hatte er die ganze Geschichte des Schloßbauernerfahren. Dieser gewann den Herrn Chirurgus Brönnerschnell lieb, sprach aber so viel von der Brille, und fragtemehrmals, ob er diese immer nöthig habe, daß BrönnerWohl merkte, dieses Gelehrteninstrument war ihm unan-genehm. Er nahm daher die Brille ab und der Schloß-bauer nickte ihm dafür freundlich zu, indem.er sogleichbemerkte, daß er viel offener mit Einem sprechen könne,der sein Augenlicht nicht in einer Laterne stecken habe. Nunklagte er auch sein körperliches Leid, und Brönner machte eine