an, wenn man von dem herannahenden Feinde sprach;mancher Bursch faßte dann nach seinem Messergriffe, deraus der Hosentasche hervorsah.
Am übelsten waren aber die Juden dran. Wenn mandem Bauer auch Alles nimmt, seinen Acker und seinenPstug kann man ihm doch nicht forttragen; die Judenaber hatten all' ihr Vermögen in beweglicher Habe, inGeld und Waaren; sie zitterten daher doppelt und dreifach.Der jüdische Kirchenvorsteher, ein gescheiter und gewandterMann, fand einen pfiffigen Ausweg. Er ließ ein großesFaß mit rothem Wein, der tüchtig mit Branntwein ver-geistigt war, vor seinem Hause aufstellen, auf einen Tischgefüllte Flaschen setzen, um damit die ungebetenen Gästezu regaliren. Die List gelang, weil die Franzosen ohne-dieß Eile hatten, weiter zu kommen.
Der Tag des Durchmarsches kam und ging besservorüber, als man je gehofft hatte. Die Leute im Dorfestanden haufenweise bei einander und betrachteten die Vor-überziehenden. Zuerst kam die Reiterei, dann kam eingewaltiger Trupp Infanterie.
Hansjörg war mit seinen Kameraden Fideli und Xaverhinausgegangen nach der Ziegelhütte; er wollte für alleFälle dort sein, damit dem Kätherle Nichts geschehe. Erging mit seinen Kameraden in den Garten vor dem Hause,und über den Zaun gelehnt, schmauchte er behaglich seinePfeife. Das Kätherle schaute zum Fenster heraus undsagte: „Wenn du nicht rauchen willst, Hansjörg, kannstdu mit deinen Kameraden 'raufkommen."
„Wir sind schon gut da," erwiederte der Hansjörg,drei Qualme schnell nach einander aufstoßend und diePfeife fester fassend.
Nun kam die Reiterei. Alle ritten ungeordnet einher,sie schienen kaum zusammen zu gehören, ein Jeder küm-merte sich fast nur um sich, und doch sah man's wieder,daß sie zusammenhielten. Einige warfen keck lachend undwinkend dem Kätherle am Fenster Kußhändchen zu, derHansjörg fuhr rasch mit der Hand nach seinem Seitenmeffer;