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Auerbach's Dorfgeschichten
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Er probirte es einmal während der Heuernte zwei Tagelang, aber es war ihm immer, als ob er faste, es fehlteihm überall Etwas, und er holte sich seine Pfeife wieder,und indem er sie vergnüglich zwischen den Zähnen festhieltund dabei Feuer schlug, sagte er vor sich hin: ,,EH' magdas Kätherle und mit ihm alle Weibsleut' zum Teufelgehen, eh' ich das Rauchen aufgäb'!" Er schlug sich dabeiauf die Finger, und die heftig schmerzende Hand schüt-telnd dachte er: das ist Sündenschuld, denn das ist eigent-lich doch nicht wahr.

Endlich kam der Herbst herbei, Hansjörg wurde richtigfür untauglich zum Militärdienst erklärt. Noch einigeandere Bauernburschen hatten ihm seine List nachgeahmt,sie hatten sich nämlich die Schaufelzähne ausgerissen, damitsie keine Patronen beißen konnten; aber die Militärcom-misston sah dieß als absichtliche Verstümmelung an, wäh-rend die des Hansjörg, ihrer Gefährlichkeit wegen, alsUnglück betrachtet wurde. Die Zahnlückigen wurden zumFuhrwesen genommen und mußten nun doch mit in denKrieg ziehen. Mit einer verstümmelten Zahnreihe mußtensie die oft mageren Bissen der Kriegskost beißen, und amEnde mußten sie gar in's Gras beißen, wozu sie eigentlichgar keine Zähne mehr brauchten.

In den ersten Tagen des Oktobers hielt der französischeGeneral Moreau feinen berühmten Rückzug über denSchwarzwald. Eine Abtheilung des Zuges kam auch durchNordstetten. Man hörte mehrere Tage vorher davon. Eswar eine Furcht und Angst im Dorfe, daß man sich nichtzu helfen und zu rathen wußte. Zn allen Kellern wurdegegraben und geschaufelt, und Alles, was man von Geldund Kostbarkeiten hatte, hineingelegt. Die Mädchen brach-ten ihre Granatenschnüre mit der daranhängenden silbernenMünze (dem sogenannten Anhenker), sie zogen ihre silber-nen Ringe vom Finger und legten sie in die Grube.Alles ging schmucklos umher wie bei einer großen Trauer.Das Vieh wurde bei Egelsthal in eine unwegsame Schluchtgetrieben. Die Mädchen und Burschen sahen sich betrübt