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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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Kämpfenden still erwürgen; dann aber entstand wieder einallgemeines Halloh, Pfeifen, Schreien und Toben untereinander. Die Freunde wehrten ab, indeß nach einer altenBauerntaktik hielten ste beim Abwehren nur den Gegnerihres Freundes fest, damit dieser um so tüchtiger draufklopfen konnte. Die Mechtilde aber riß den Jörgli sowacker am Kopf, daß ste ihm ein ganz Büschel Haareausraufte. Stuhlbeine wurden nun abgeknickt, die Parteien,die sich um die beiden Kämpfenden gebildet hatten, zer-bläuten einander nach Herzenslust. Aloys und Jörgli aberhielten sich, wie wenn sie sich in einander verbissen hätten.Endlich nach langem Ringen hob sich Aloys in die Höheund warf den Jörgli auf den Boden, daß man meinte, erhätte das Genick gebrochen, dann kniete er auf ihn nieder,und es war, als ob er ihn erdrosseln wollte. Der Dorf-schütz trat ein und machte dem Lärmen ein Ende. DieMusik mußte nun für heute aufhören, die beiden Haupt-kämpfer mußten in das Gefängniß des Nathhauses wandern.

Mit einem zerrauften, blaumäligen Gesichte, bleich undabgehärmt, verließ Aloys des andern Tages das Dorf.Sein Urlaub war erst morgen zu Ende, aber was sollteer noch zu Hause? Er ging so gern wieder fort in's Sol-datenleben, er wäre am liebsten in den Krieg gezogen.Der Schultheiß hatte ihm die Rauferei in den Paß geschrieben,Aloys ging einer harten Strafe entgegen. Er schaute sichnicht mehr um, er ging fort, ohne es zu wissen, undwünschte nie mehr wiederzukehren. Als er in Horb denWegweiser nach Freudenstadt sah, von wo aus man nachStraßburg geht, hielt er eine Weile still, er gedachte nachFrankreich zu desertiern. Da grüßte ihn unversehens Mechtildeund fragte:Ei Aloys, gehst du schon wieder nach Stuttgart?"

Ja," antwortete dieser, und schlug den Weg dahin ein.Die Mechtilde war wie ein Wegweiser vom Himmel erschie-nen. Mit einem freundlichenB'hüt" Gott" schied er von ihr.

Auf dem Wege summte ihm immer das Lied im Kopfe,das der Jörgli einst zuerst gesungen hatte; jetzt konnte es