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Auerbach's Dorfgeschichten
Entstehung
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Wort mit den Thieren, indem er sie bald rechts bald linksstellte. Kein Dünger im ganzen Dorfe war so breit undso schön viereckig geschichtet, wie der an des Schmied JakobenHaus, denn das bildet eine Hauptzierde eines ächten Bauern-hauses. Dann wusch und striegelte er die Ochsen undKühe, daß man sich darin spiegeln konnte. Drauf liefer hinaus an den Brunnen vor dem Hause und pumpteden Trog voll; er ließ dann die Thiere hinausspringen;und während sie draußen soffen, machte er ihnen frischeStreue. Wenn nun das Marannele in den Stall kam,um die Kühe zu melken, war alles sauber und aufgeräumt.Oft, wenn eine Kuhstreitig" war, d. h. ausschlug, undsich nicht melken lassen wollte, stellte sich Aloys zu ihrund hielt seine Hand auf das Rückgrat der Kuh gelegt,damit das Marannele besser melken konnte; meist abermachte er sich sonst noch etwas zu schaffen. Und wenndann das Marannele sagte:Aloys, Du bischt e braverBua," da schaute er nicht auf nach ihr, sondern er kehrtemit dem Stallbesen so heftig, als wollte er die Pflaster-steine aus dem Boden kehren. Drauf schnitt er in derScheune Futter für den ganzen Tag, und wenn er dieniedere Arbeit vollendet hatte, stieg er die Treppe hinauf,holte Wasser für die Küche, hackte klein Holz und gingendlich in die Stube. Das Marannele brachte die Suppen-schüssel, stellte sie auf den Tisch, faltete die Hände, einJeder that desgleichen, und nun betete sie vor. Nachdemman darauf das Zeichen des Kreuzes gemacht, setzte man sichmit einemG'segn es Gott" zu Tische. Alles aus einerSchüssel, und Aloys holte sich oft einen Löffel voll vondem Platze, wo das Marannele sich schöpfte. Still undernst, wie bei einer heiligen Handlung, saß man bei Tische;nur äußerst selten wurde ein Wort gesprochen. Als abgegessenund abermals gebetet war, trollte sich Aloys nach Hause.

So lebte unser Aloys bis in sein neunzehntes Jahr,und als ihm zu Neujahr das Marannele ein Hemd schenkte,zu dem es den Hanf selber gebrochen, das es selber ge-sponnen, gebleicht und genäht hatte, da war er ganz selig;