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Amtlicher Bericht über die Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte zu Berlin im Sept. 1828 : nebst e. lithogr. Sammlung eigenhändiger Namenszüge der Theilnehmer
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Fünfte Sitzung: am 25 . Sept. 1S2S, Morgens 8 Uhr.

Herr Professor Treviranus aus Breslau erläuterte seine Ansicht über dieLicht- und Wärme-Erscheinungen bei den Pflanzen; das Leuchten zeigtsich bei Pflanzen nie als Wirkung des Lehens; die an mehreren Aroideen beob-achtete temporäre Wärmeerzeugung konnte er bei 13 verschiedenen Arten dieserFamilie nicht bemerken, daher auch diese Erscheinung nur zufällig unter gewissenUmständen Statt finden mag.

Herr Professor Horkel aus Berlin theilte seine Beobachtungen über denSaamen von Stratiotes aloides mit, welcher noch nie richtig abgebildet oder be-schrieben wurde und erläuterte auch die Bildungsgeschichte so wie das Keimendesselben.

Herr Professor Oken aus München legte Exemplare und Zeichnungen vonVersteinerungen vor, welche Herr Doctor Berger in Coburg im Quadersand-stein gefunden; es konnten ihm über die Blätter und Frucht-Fragmente keine Be-stimmungen gegeben werden.

Herr Geheime Medicinal - Rath Link stellte zuerst seine Ansicht auf, daf'sdie Ovula nicht aus den Rändern der die Frucht bildenden blattartigen Organeentstehn, sondern aus der Mittelrippe, vorzüglich deutlich sei dies an der Fruchtvon Veliheimia.

Derselbe sprach sich entschieden gegen die Ansichten über die parasiti-schen Gewächse aus, welche Herr Doctor Meyen in den öffentlichen Versamm-lungen entwickelt hatte; der Zustand inniger Vereinigung zwischen der Mutter-pflanze und dem Parasiten, worauf er so viel Gewicht lege, zeige sich eben so starkbei Viscum, wo die vom Holz des Baumes aufgenommenen gefärbten Flüssigkeitenstets in die Substanz der Mistel übergehn.

Derselbe meinte, man solle die nach den schwedischen Botanikern zu ändern-den Benennungen vieler Pflanzen nicht annehmen, sondern alles in statu quo belas-sen, um noch gröfsere Verwirrung zu vermeiden.

Herr Professor Ehrenberg aus Berlin legte der Versammlung vor:

a) Die Manna vom Berge Sinai nebst der Abbildung der sie lie-fernden Tamariske und Insekten.

b) Die Abbildung der Alge, welche tlieilweise eine rotlie Färbungim rotlien Meere verursacht, welche aber ganz verschieden istvon der durch De Candolle bekannt gewordenen, die den Mur-tencr See roth färbte.

c) Abbildungen der Gattungen Sporosorium L. und Pseudotheca, wo-bei er seine Ansichten über diese parasitischen Pilze vorlrug.